Der Weg zum YouTube-Star: So wird man zum Influencer

„Letzte Nacht ist mein Handy irgendwann so gegen 23 Uhr. Bing, Bing, Bing, Bing, Bing. Und ich habe einen Follower nach dem anderen bekommen.“ Was mein Kollege Jan Fritzowsky hier versucht? Reich werden durch Instagram! Nur durch das Hochladen von Selfies lässt sich angeblich richtig viel Kohle verdienen. Die Jobbezeichnung dahinter: Influencer. Kann das jeder? Hier kommt unser Selbstexperiment. Es gibt Leute im Netz, die verdienen sich eine goldene Nase und machen dafür nur ein paar Fotos. Sie heißen Caro, Lisa und Bibi. Oder Mesut Özil.

Sie alle sind Influencer, zu Deutsch: Beeinflusser. Jahreseinkommen: Bis zu 1,3 Millionen. Einzige Voraussetzung: genügend Follower. Kann das jeder? Nur mit Selfies reich werden? Galileo-Reporter Jan Fritzowsky will‘s ausprobieren und in vier Wochen als Influencer Geld verdienen. Aktiv in den sozialen Medien ist er bislang nicht. „Ich sag mal: Facebook. Der Klassiker. Mehr mach ich nicht.“ Erstmal die Konkurrenz abchecken. Weltweit führt Teenie-Star Selena Gomez die Instagram-Charts an. 123 Millionen Leute abonnieren ihren Kanal. Aber die war ja vorher schon als Sängerin berühmt.

Jan fängt bei Null an. Caro Daur aus Hamburg hat das geschafft. Und wie macht sie das? „Es könnte sein, dass sie Modeposts macht. Irgendwelche Kleider von irgendwelchen Designern. Es könnte aber auch sein, dass sie einfach nur in jeder Situation ihres Lebens grade ein Selfie schießt.“ Caro Daur ist Fashion Bloggerin. Pro Post kassiert sie schätzungsweise 15.000 Euro. Aber wie genau verdient sie mit ihren Followern Geld? Dazu später mehr. Erster Schritt für Jan: Er braucht ein Thema, zu dem er postet. Nur so kann er eine bestimmte Zielgruppe ansprechen. Aber als Fashionblogger können wir uns Jan nicht vorstellen. Schminktipps auf Youtube? Ausgeschlossen! Wie wär‘s mit Fitness? Mit einem Fitnessexperiment war Jan vor zwei Jahren schon mal erfolgreich. Damals hatte er zehn Wochen, um ein Sixpack zu schaffen. Nun könnte es heißen: Fitnessinfluencer in vier Wochen. Bevor‘s losgeht, braucht Jan eine Social Media Nachhilfestunde.

„So ich bin jetzt mit nem Experten hier verabredet, der mir mal helfen soll, wie ich die nächsten vier Wochen als Influencer richtig anzugehen habe.“ Denn allein wird keiner zum Influencer. Florian Frech ist spezialisiert auf „Influencer-Marketing“. „Kannst du mir ganz einfach mal erklären: Dauernd fällt dieser Begriff: Influencer hier, Influencer da. Was bedeutet Influencer eigentlich?“ „Ein Influencer ist einfach eine Person wie du und ich, der andere Personen folgen ja? Entweder auf Grund von Sympathie oder auf Grund von dem Thema, das er einfach vertritt ja? Und das macht es dann eben auch für Brands oder dementsprechende Werbekunden interessant.“ Heißt im Klartext: Wer als Influencer in Sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder Youtube Inhalte postet, kann spezielle Werbekunden ansprechen. Also Werbung für eine Sportmarke oder Fitnessfood machen.

Das funktioniert oft ganz subtil. Zum Beispiel tragen die Influencer bestimmte Markenklamotten in ihren Postings. Dafür bekommen sie die Produkte geschenkt oder ganz einfach Geld. Je mehr Follower ein Influencer hat, desto mehr Kohle verdient er. Damit das Ganze in der Praxis funktioniert, braucht Jan erstmal einen einprägsamen Namen. „Fitzness? Fitness Fritze? Fitness Fritze! Team sagt Fitness Fritze. Das ist Mega! Ich bin jetzt der Fitness Fritze!“ „Willkommen im Influencer-Leben.“ Für unseren “Fitness Fritze” ist jetzt der erste Instagram Post angesagt.

Florian hilft ihm. „Am besten lächeln wahrscheinlich oder? Ich bin ganz aufgeregt. Der erste Instagram Post.“ Kaum ist der erste Post online, hat Jan schon die ersten Fans. „Schau mal wie sie da alle stehen, am Handy und nicht aufpassen.“ Los geht der Instagram Zirkus. „Na dann? Dokumentiere ich damit mal die nächsten Wochen Selbstexperiment. Ich werde in vier Wochen zum Influencer. Tschüss!“ Woche 1: Der Kaltstart. Followeranzahl: Null Wichtig: unterhalten und nicht langweilig sein.

Nur so werden Follower auf Jan aufmerksam. Also: Leute adden, Kommentieren, Fotografieren, Videos hochladen. Ein bisschen Werbung schadet auch nicht. “Fitness Fritze! Ihr müsst mir folgen ja? Fitness Fritze: Hier mein erster Post. Handies raus, Instagram: Fitnessfritze.“ Auch am Wochenende heißt es: Content für Instagram abliefern. Nächster Schritt: Oft und regelmäßig posten. Sonst langweilen sich die Follower. Doch egal, wie sehr Jan sich anstrengt, viele Abonnenten kriegt er noch nicht.

Dafür eine Nachricht von Flo, dem Experten. „Hey Fitness Fritze, wie läuft‘s? 50 Follower – Hopp, Hopp! Versuche bitte jeden Tag ein oder zwei Bilder zu posten. Und nehme einige Hashtaggs am Anfang. Da muss ich ehrlich sein, ich habe wohl einfach zu wenig gemacht.“ Woche zwei beginnt und Jan hat noch nicht wirklich viele Follower. Daran will er unbedingt etwas ändern. “Vielleicht muss ich einfach mal irgendjemanden treffen, der sich damit auskennt. Hier guck mal. Achtung: Da. Anne Bodykiss. Anne Kissner, sehr viel schöne Fotos. Und das beste: Eine Community von 133 000 Leuten. Na die besuch ich doch mal oder?“ Vierter Schritt: Networking. Jan vernetzt sich mit Anne Kissner. Jan macht schließlich Fitness – und Fitness ist ihr Gebiet. Von ihren Werbeeinahmen als Influencerin könnte Anne längst leben. „Ich will aber bewusst nicht nur davon leben. Weil ich noch ein bisschen dieses reale Leben in meinem Leben drin habe und deswegen arbeite ich noch teilweise in meinem gelernten Beruf.“ „Das ist?“ „Anwältin.“ “Du bist Anwältin? „Ja!“ Eine Anwältin auf Instagram. Der Job ist anscheinend nicht nur was für Kids und Schulabbrecher. Jan will von Annes Erfolg profitieren. Fünfter Schritt: das richtige Timing.

„Auf Instagram würde ich sagen immer Abends ist ne gute Uhrzeit. Freitag ist relativ schlecht. Weil Freitags, was macht man Freitags? „Man geht raus.“ „Genau.“ „Das sind echt gute Tipps. Interessant mit welcher Systematik man da eigentlich dran gehen muss. Deine Fitnessvideos. Wo machst du das?“ „Eigentlich findet das draußen statt.“ „Wollen wir uns das mal angucken?“ „Abgefahren! Ich mach mal auf hier.“ „Erstes Workout. Nein du musst da lang ziehen.“ „Ach so! ja okay ich bin halt Profi.“ Anne kann sich mittlerweile ihr eigenes Fitnessstudio leisten.

Ihre Abonnenten sind zum Großteil berufstätig. Bedeutet: Sie können mehr Geld ausgeben als ein jüngeres Publikum. Das bringt Anne gute Werbedeals. Über sowas muss Jan sich noch keine Gedanken machen. Er macht lieber Selfies. Wenn Anne Jans Account verlinkt, bekommt er nämlich neue Follower. „Vitamin C“ steht in dem Fall für Connections. Danach geht’s ran an den Speck. Jans Account heißt ja nicht umsonst “Fitness Fritze”. Natürlich gibt’s auch bei dieser Sache einen Hintergedanken. „Mal ganz kurz, für alle da draußen.

Ich bin ja auch wenn ich hier drehe immer mit meinem Instagram Account beschäftigt und da kommt die Nina die Redakteurin und sagt, hey Jan darf ich davon mal kurz ne Story machen? Klar! Ich brauch Follower!“ Ohne guten Content – keine neuen Follower! Deine Fans wollen dich schwitzen sehen, Jan! „Hey hier der Fitness Fritze!“ „Und die Anne von Bodykiss!“ „Total mega schaut mich mal an, ich bin total verschwitzt! Die Anne sieht immer noch richtig gut und super aus. Wir haben grade ein Workout zusammen gemacht und das hat richtig Spaß gemacht. Ja? Total geil. Anne hast du noch was zu sagen?“ „Ja er hat sich super geschlagen!“ Und obwohl Anne heute mit Jan beschäftigt ist, muss auch sie: posten. Ihre Follower wollen schließlich täglich was von ihr sehen. „Hallo meine Lieben und willkommen zu einem neuen Video.“ Jan ist angefixt. Er ist ab jetzt praktisch pausenlos auf Instagram unterwegs. Liefert seinen Followern Content aus jeder Lebenslage.

Und? Ändert sich was an seiner Reichweite? „Also die Anne war ja so nett und hat ein paar Posts gemacht und hat mich verlinkt und das hat richtig Schub gegeben. Also sagen wir mal ich hab an dem Tag ungefähr 100 Follower dazu bekommen. Das hat schon geholfen.“ Woche drei. Die Follower sind immer noch eher überschaubar. Macht‘s denn wenigstens Spaß? „Du musst dauernd hinterher rennen und suchen und gucken was du fotografieren kannst, wie du dich in Szene setzen kannst und das nervt erstmal nur. Also du bekommst ja kaum ein Feedback. Also bei mir ruft jetzt noch keiner an und sagt: Hey Jan wir zahlen dir mal 5000 Euro, damit du einen Post machst.“ Bekannt werden auf Instagram. Kein leichtes Business. Dabei lässt Jan seine Follower praktisch ununterbrochen an seinem Leben teilhaben.

Und wird ganz schön kreativ dabei… „Großartig. Komm ich mir blöd vor.“ So leicht scheint es also nicht zu sein! Wie bitteschön kriegt man 20.000 Follower? Jan entdeckt eine skurrile Seite im Netz. „Also ich hab jetzt nicht wirklich viele Fans, hab mich aber mal schlau gemacht und hab herausgefunden, dass es Menschen gibt, die Follower verkaufen. Und da hab ich jetzt den Kontakt vom Lukas rausgefunden und den treffe ich jetzt.“ Ernsthaft – ein Typ, der Follower verkauft? Florian ist grade mal 19 Jahre und hat schon seinen eigenen Onlinehandel am Start. Warum kaufen die Leute bei ihm Follower? „Jetzt erklär mir doch mal ganz genau wie dein, ich nenne es jetzt mal Geschäftsmodell ist.“ „Nun wir kümmern uns um Leute, die ihre Social Media Reichweite vergrößern wollen.

Zum Beispiel wie du jetzt. Denn vor allem am Anfang ist es relativ schwierig auf sozialen Netzwerken den Startpunkt zu finden.“ Und bringt noch was: Wer mehr Follower hat, kriegt auch mehr Follower. Denn mit vielen Followern wirkt ein Profil interessanter. Auch andere klicken dann auf „Folgen“. Aber was genau kauft man da? „Einerseits kann man hingehen und sogenannte Bots verwenden. Das sind dann Profile, die werden von Computerprofilen erstellt und auch verwaltet.“ „Ach so da stecken gar keine echten Menschen dahinter.

Diese Bots…“ „Das sind dann quasi Roboter, die dir folgen, richtig.“ Um an die vielen Follower zu kommen, fährt Lukas zweigleisig und arbeitet nicht nur mit Bots, sondern auch mit echten Menschen. Das läuft so: Echte Instagram Nutzer verkaufen ihre Likes. Sie kommen zum Beispiel aus Indien oder Südamerika. Pro Like verdienen sie nicht mehr als ein paar Cent. Ist das erlaubt? „Ich find das ja total spannend, aber irgendwie habe ich so ein bisschen das Gefühl, ist es illegal oder ist es legal? Also weißt du ich fühl mich grad so: ich treffe gerade Graf Zahl, dir fehlt nur der Mantel, wo die Follower quasi im Mantel hängen.“ „Also was die Legalität angeht, kann ich dir versichern, es gibt in Deutschland kein Gesetz, das es irgendwie verbietet, Follower zu kaufen und dementsprechend ist das Ganze völlig legal, ja.“ Völlig legal und trotzdem Fake.

Lässt sich so der Weg zum schnellen Geld für jedermann hinkriegen? „Ja schon abgefahren nä? Da trifft man jetzt so einen 19-jährigen, der Follower verkauft. Mehrere Millionen Follower irgendwie schon auf den Markt gebracht hat und das hat mich jetzt irgendwie ein bisschen verwirrt.“ Kann man Influencer ernst nehmen, wenn schummeln so leicht ist? Jan bleibt weiter dran und nimmt seine echten Follower überall hin mit. Die Sache mit den gekauften Freunden lässt ihn aber nicht los. Er will wissen, was das für Leute sind, die man fürs Liken bezahlen kann, und kauft sich 10.000 Follower zu Testzwecken. Kostenpunkt: 50 Euro. Woche vier beginnt und Jans Handy ist on Fire. „Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, was da abgeht. Letzte Nacht ist mein Handy irgendwann so gegen 23 Uhr. Bing, Bing, Bing, Bing, Bing. Und ich habe einen Follower nach dem anderen bekommen.“ Aber: Das sieht nur auf den ersten Blick gut aus. Denn: Die gekauften Follower sind keine wahren Fans. Sie posten also keine Kommentare und liken keine Bilder und vor allem: Sie gehen nicht shoppen. Deshalb haben große Firmen, die mit Influencern zusammenarbeiten, längst Programme, die Fake-Follower enttarnen.

Wer dort enttarnt wird, kriegt keine Werbedeals – heißt: keine Kohle. Gekaufte Freunde hin oder her. Wie ist die Lage? Wäre das Influencer Leben was für Dich, Jan? „Jeden Tag dauernd zu posten geht dir irgendwann tierisch auf den Sack. Tierisch auf den Sack! Das kann ich sagen. Also das ist richtig Arbeit. Also um ein Influencer zu werden, musst du sehr viel Arbeit, sehr viel Zeit und sehr viel Persönliches da in deinen Account stecken.“ In vier Wochen ist Jan nicht zum Influencer geworden. Sein Experiment zeigt: große Mengen an Followern aufbauen dauert. Und: Es ist harte Arbeit. Nur Selfies machen allein reicht nicht. Jeder Post muss gut durchdacht sein. Aber so richtig traurig sind wir nicht, dass Jan kein Social Media Star wird. Wir sehen ihn schließlich am liebsten hier: im Fernsehen. .

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