Unternehmer werden – Betrachtet von mehreren Aspekten und Richtungen von Politik bis Unternehmertum!

Unternehmer werden und wie Unternehmen sich wandeln, strukturieren und mehr Einsichten in Unternehmen im Jahr 2018, 2019!


Wie Unternehmen radikalen Wandel meistern

Wie schaffe ich eine Kultur, in der Menschen aus der Kultur heraus, innovative Ideen haben? Das Organisationsdesign der großen Internetkonzerne: feudale Spitze, Finanzen und Strategie in den Händen weniger und ein sehr, fast quasi basisdemokratischer Bauch, wo die Menschen viel Souveränität haben, eigentlich ein Hybridmodell, und zum Zweiten, was deutlich zu beobachten ist, insbesondere bei den Unternehmen, die aus der Start-up-Phase heraus schon sozusagen als frischer Mittelstand heute existieren, dass die sehr stark mit Themen der Demokratie, der Einkommensegalisierung, der Souveränität experimentieren. Und das ist für mich so eine Art, ja, eine sich demokratisierende Unternehmung.

Im Rahmen dieses Systemwettbewerbs gibt es, glaube ich, verschiedene Herausforderungen. Die allererste ist: Können die Großkonzerne ihre Lebensfähigkeit ein bisschen erhöhen? Und das hat sehr stark mit dem Thema Dezentralisierung zu tun. Je dezentraler, je föderativer auch ein großes Unternehmen aufgestellt wird, umso elastischer im Umgang mit Krisen, aber auch umso innovativer im Sinne von: Wie gestalte ich meine Umwelt? Zweites Thema, zweite Herausforderung: der klassische Mittelstand. Gerade in der Nachfolgeproblematik zeigt sich ja oft, dass der alte Patriarch den alten Stiefel weitergeführt haben möchte und der Sohn oder die Tochter, die eigene Wege gehen wollen, sozusagen wieder aus der Verantwortung herauszieht. Also: Gelingt es in mittelständischen, traditionellen Unternehmungen den Nachfolgeprozess organischer zu gestalten? Und das dritte Thema, bei dem Thema Start-ups hat eindeutig mit dem Thema Wagniskapitalfinanzierung zu tun, die in den USA, je zerstörerischer die Geschäftsidee, umso mehr Wagniskapital, also eigentlich schon eine ganz verrückte Form des Treibens von Finanzierung, auf der anderen Seite in Deutschland ja doch oft ganz magere capital funds oder venture funds für das Thema Innovation.

Auf der anderen Seite sehen Sie, dass ein ungeheuerer Reichtum in den Händen von ganz wenigen Silicon-Valley-Plutokraten sich ansammelt, und dass die zum Teil auf sehr aberwitzige Ideen kommen, wie beispielsweise einen eigenen Staat zu gründen oder exterrestrische Inseln zu bauen, auf denen sie das Sagen haben. Oder Kalifornien zu sechsteilen, damit der Staat Silicon Valley nach ihren Regeln geformt werden kann. Also, das finde ich schon sehr abstruse Themen, wo eigentlich Plutokraten sich anmaßen, über das Volk zu entscheiden. Die Spannung kommt weniger wegen dem Thema Shareholder Value, sondern die Spannung kommt eigentlich von der mangelnden Innovationsdynamik von Branchen und Firmen, wo man im Grunde sieht, dass dieses "mehr, höher, schneller, weiter" im traditionellen Geschäftssystem sozusagen nur noch möglich ist, indem man den Input signifikant reduziert, also Effizienz steigert, und eigentlich aber die Margen immer geringer werden.

Dieser Druck, den man auch als Innovationsarmut bezeichnen kann, ist ein aus meiner Sicht Treiber für Veränderung und Treiber dafür, dass Vorstandsvorsitzende jetzt in Hülle und Fülle Silicon-Valley-Tourismus machen, um überhaupt ein Gefühl zu kriegen, was dort anders ist. Und leider kommen sie oft zurück, nur mit guten Ideen im Kopf und vergessen, dass die Transformationsaufgabe in der Kultur ihrer Unternehmen die Schlüsselaufgabe wäre. Sie geben das an Stäbe oder an Projektgruppen.

Es wird im Grunde deutsch-ingenieurmäßig die Idee durchdekliniert. Und eigentlich muss man verstehen, dass das Silicon Valley ähnlich wie das Silicon Wadi zwischen Tel Aviv und Haifa oder die Region in Singapur, das sind kreative Ökologien. Das heißt, da ist ein kreativer Humus da, auf dem sozusagen dann Innovation, Produkte, Services entstehen. Und der deutsche Manager kommt zurück und denkt über Produkte und Service nach und nicht über die kreative Ökologie. Schaffe ich eine Entscheidungskultur, und zwar nicht nur an der Spitze, sondern genauso bottom-up wie top-down, in der frühzeitig eine Sensorik sich entwickelt für das, was sich in Markt und Technologie tut, und wo kluge Menschen im Unternehmen oder außerhalb des Unternehmens über Open Innovation Lösungsideen, Lösungsprozesse generieren? Und das weit im Vorfeld einer Entscheidung! Die berühmte Frage von Royal Dutch Shell: What comes after oil? Die wurde lange vor der Erdölkrise gestellt. Die hat das Unternehmen Shell nicht vor Krisen bewahrt, aber wahrscheinlich vor einigen größeren Fehlentscheidungen. Wenn man den i3 nimmt, wo der Reithofer von BMW sozusagen im alten Territorium einen abgegrenzten Bereich geschaffen hat mit eigenen Werksausweisen, wo der i3 entwickelt worden ist, das ist sicherlich eine Variante.

Eine zweite Variante einer eigenen Ökologie ist, dass man sozusagen in der Gründerszene intensiver unterwegs ist und am langen Arm eine kreative Ökologie aufbaut, die sozusagen an der Peripherie der Organisation ist. Und der dritte Weg ist sicherlich zu sagen: Ich mache eine Zellteilung, wie das E.ON gerade probiert, leider sieben, acht Jahre zu spät. Oder: Zu spät weiß man nicht, aber sehr spät. Wo man sagt: Es gibt sozusagen einen Innovationsteil, den ich richtig separiere von meinen alten klassischen Energietechnologien. .

Christian Tidona: So passiert Innovation

Was letztendlich die Top-Talente, die wirklich Innovation bewirken, anzieht, ist die kritische Masse selbst. Das heißt, eine Vielfalt von Karriereoptionen, ein inspirierendes Umfeld, die Möglichkeit, wirklich zu Fuß zu kooperieren, das sind so Kernfaktoren, und ein guter Freund von mir, Shai Vyakarnam, das ist der ehemalige Chef des Centre for Entrepreneurial Learning in Cambridge, der hat mal das sehr einfach gesagt: Innovation kann man nicht machen, Innovation passiert, und an Standorten wie Cambridge passiert sie etwas öfter als anderswo. Und das fasst es eigentlich ganz gut zusammen. Also dort, wo physische Nähe zwischen Top-Talenten besteht, hohe Diversität dieser Talente, Interdisziplinarität, dort ist die Chance, eine herausragende Innovation zu generieren, am höchsten. Innovation kann man nicht verordnen, und man sollte auch, das ist zumindest meine Sichtweise, von Seiten der Politik die Technologiefelder auch nicht vordefinieren. Das ist etwas, das sich organisch entwickelt. Was notwendig ist, sind Rahmenbedingungen, die geschaffen werden, die eben genau dazu führen, dass sich diese Cluster kritischer Masse bilden, miteinander vernetzen und dass eben Top-Talente ein herausragendes Arbeitsumfeld vorfinden.

Und das braucht sehr viel Geld, und das braucht vor allen Dingen eben diese Konzentration, da keine Volkswirtschaft stark genug ist, Hunderte von Clustern zur Weltspitze zu bringen, braucht man eben den politischen Mut, sich auf wenige Spitzenstandorte zu konzentrieren und die dann aber sehr nachhaltig und auch sehr konzentriert zu fördern. Beispiel eben wieder Silicon Valley: Über 50 Prozent der Doktoranden dort und über 70 Prozent sogar der Unternehmenseigentümer sind nicht in den USA geboren. Das heißt, sie kommen von auswärts. Ein Gedankenexperiment: Wenn man diese Talente, die in diesen Spitzenstandorten à la Silicon Valley in den USA sitzen, wenn man die gedanklich mal gleichverteilen über die USA, dann hätten sie eben eine gleichverteilte Mittelmäßigkeit. Also, die Innovationskraft wäre schlagartig bei null, und diese Gleichverteilung der Mittelmäßigkeit ist uns nicht ganz fremd im föderalistischen System in Europa, und da müssen wir wegkommen davon. Die zweite Dimension ist natürlich die Diversität, was den Hintergrund angeht, eben Academia oder Industrie. Die Sprachen dort sind sehr unterschiedlich. Und was man nach unserer Erfahrung braucht, sind Innovationsräume an dieser Schnittstelle, die das Vertrauen beider Seiten genießen und die optimale Inovationsbedingungen bieten.

Also, wir hatten das mit einem Spitzencluster in einem ersten Ansatz auch etabliert bei uns im Cluster, auch sehr erfolgreich, es gab sehr viele Kooperationen, und vor allen Dingen wurde eben in der Folge sehr viel weiteres Kapital angezogen, sehr viel Wertschöpfung generiert. Das kann funktionieren, aber das braucht Vertrauen, und es braucht einen abgeschlossenen Innovationsraum und Profis, die das moderieren. Und der Nachteil ist natürlich unsere Landschaft in Europa im allgemeinen, das gilt eigentlich auch weltweit, dass die Universitäten keinen Anreiz haben, professionellen Technologietransfer zu etablieren.

Es gehört einfach nicht zu den Haupteinnahmequellen der Universitäten, es ist kein Anreiz gesetzt, insbesondere in Deutschland nicht, besonders viele privatwirtschaftliche Mittel zu akquirieren. Resultat ist, dass man in die Techtransfer-Offices diejenigen reinsetzt, die eigentlich nicht gut genug waren für die wissenschaftliche Karriere. Und das sind nicht diejenigen, die dann die Innovation katalysieren. Wenn man in die Förderlandschaft guckt, wir hatten in Deutschland die Exzellenzinitiative mit sehr großem Aufwand. Wir hatten den Spitzencluster-Wettbewerb, und eigentlich mit diesem sehr guten Ansatz wurde eine Handvoll richtig herausragender Spitzenstandorte mit Worldclass-Cluster-Potenzial in Deutschland identifiziert. Das Problem ist, dass diese Förderung und diese Richtung jetzt wieder abreißt und die Strukturen alle wieder abgebaut werden, weil es keine nachhaltige Förderung gibt.

Und das ist etwas, was ich vorhin meinte mit politischem Mut: Man entwickelt so eine Region wie Silicon Valley oder auch kleinere Regionen, die wettbewerbsfähig sind, nicht innerhalb von fünf Jahren. Das braucht zehn, 15, 20 Jahre. Und dann muss man sich Gedanken darüber machen: Wie kann so etwas tatsächlich Anreize haben, dass es sich entwickelt? Der Ansatz, der im Spitzencluster-Wettbewerb gefahren wurde, den ich für sehr gut halte, ist, Profis an Bord zu holen, die als Clustermanager das ganze orchestrieren.

Allerdings gibt es keine Folgeinstrumente, die diese Clustermanagements weiter fördern. Wir sind in Heidelberg in der glücklichen Situation, da wir einen Verein haben, der sich über Mitgliedsbeiträge schon seit über 15 Jahren finanziert, gibt es uns auch nach dem Spitzencluster nahezu in gleicher Stärke noch. Aber ich weiß von anderen Spitzenclustern, die eben gerade durch diesen Impuls entstanden sind, dass die jetzt komplett zusammenklappen wieder. Und das ist vergeudetes Steuergeld meiner Meinung nach. Das ist etwas, was sich alle größeren Firmen auf die Fahnen schreiben, und wenn man dann wie ich das Glück hat, über verschiedene Funktionen auch in die Firmen reinschauen zu können, sieht man sehr schnell, dass es in vielen Fällen eher eine Art PR-Gag ist und nicht wirklich gelebt wird im Unternehmen. Ist traurig, aber es ist tatsächlich so.

Und an sich ist der Ansatz natürlich sehr wichtig. Dieses Thema Open Innovation, das führt dazu, dass Leute offener miteinander kooperieren und nicht ständig irgendeinen Vertragstext prüfen, ob sie überhaupt miteinander sprechen dürfen. Und das erfordert Zugeständnisse, hat aber ein sehr hohes Potenzial. Und wir sehen das insbesondere in dem neuen Innovationszentrum, das ich kürzlich gegründet habe, BioMed X heißt das, in Heidelberg, ist 2013 entstanden, mittlerweile mit rund 30 Wissenschaftlern aus aller Welt. Das funktioniert so, dass wir über die Pharmaindustrie finanziert werden, aber mit Academia kooperieren. Wir sitzen auf dem Campus der Uni Heidelberg, und Pharma, also die Industrie, gibt uns sehr schwere Forschungsprobleme. Wir schreiben die weltweit an den besten Universitäten und Forschungseinrichtungen aus und laden junge, talentierte Wissenschaftler ein, originelle Projektvorschläge einzureichen. Und dann bekommen wir so in der Regel pro Problem zwischen 500 und 600 Einreichungen.

Die werden dann in einem Gremium überprüft, und die 20 besten laden wir dann zu einem fünftägigen Bootcamp nach Heidelberg ein. Die kennen sich nicht, die sehen sich zum ersten Mal, kommen aus aller Welt. Sind natürlich herausragende junge Geister. Und wir bringen die unter sehr starkem Druck und mit Mentoren innerhalb von fünf Tagen dazu, diese Sammlung an originellen Ideen in gut durchdachte Projektvorschläge umzuarbeiten.

Und das Gewinner-Team gewinnt dann ein vierjähriges Fellowship in meinem Innovationszentrum, also das heißt, wir siedeln die Familien dann um, mit vollem Service, Visa, Arbeitsplatz für die Ehepartner, Kindergartenplätze, Wohnungen, komplett. Und die leben und arbeiten dann in meinem Innovationszentrum. Das hat so ein bisschen Open-Innovation-Charakter, denn die Gruppen werden von unterschiedlichen Pharmafirmen gesponsert, und arbeiten an ihren Innovationen. Und Pharma hat Zugriff, aber keinen richtigen Einfluss auf die Wissenschaftler, um sie in irgendeine Weise zu verbiegen. Solche Sandboxes, solche isolierten, behüteten Innovationsräume, wo Vertrauen herrscht und wo man talentierte Wissenschaftler auch mal ein bisschen machen lässt, das ist, glaube ich, notwendig. Die einzige Zutat, die gesichert sein muss in diesem optimalen Umfeld, ist, dass man wirklich nur Top-Talente reinlässt und auch nicht zulässt, dass Management von außen, das per definitionem in diesem Fach dann weniger talentiert ist, Einfluss nimmt und Innovationen abtötet in der Form, dass man sagt: Haben wir schon gemacht, geht doch gar nicht! Und man muss Wissenschaftler manchmal machen lassen. Das Erstaunliche ist, wenn man eben Top-Talente mit hoher Diversität in einem Raum zusammenpfercht und Druck ausübt, das ist ganz erstaunlich, was dabei herauskommt.

Wenn Sie in einem Großunternehmen oder einer großen Universität sind ... nein, in der Universität weniger, aber in Großunternehmen gilt es, Regeln zu befolgen. Also diejenigen sind erfolgreich, die die Regeln achten und die Regeln befolgen. Muss man sich vorstellen: Bei einer klinischen Entwicklung eines Arzneimittels sind ganz genau vorgeschriebene Regeln. Wenn da einer anfängt, kreativ zu sein, dann geht das in die Hose. Dort ist das notwendig. Aber in der Innovation ist es umgekehrt. Die sind besonders erfolgreich, die die Regeln brechen. Und diese beiden Kulturen in ein und demselben Großunternehmen in Einklang zu bringen, ist nicht einfach. Und im Augenblick beißen sich viele große Unternehmen die Zähne daran aus. Ich bin mir nicht mal sicher, ob für frühe Innovation das nicht die gleichen Human Resources Departments sein sollten, die Vertriebsleiter einstellen. Also, der Einstellungsprozess ist einfach ein anderer. Wir sehen das ja bei unserem BioMed X Innovation Centre.

Viele derer, die wir als Talente dann identifiziert haben durch diesen Prozess einer Bewerbung mit einem Projektvorschlag und dann letztendlich eine Auswahl in einem Bootcamp unter Druck, viele dieser Talente, die wir da identifizieren, wären bei normalen HR-Prozessen am Anfang durchs Raster gefallen, weil das nicht diejenigen sind, die immer die besten Noten haben. Die kreativsten sind meistens welche, die zwar die besten Noten hätten haben können, aber denen das einfach viel zu langweilig war. Und die zu identifizieren, dafür braucht es auch wieder Talente. Talent erkennt Talent. Und das ist so ein bisschen das Problem in diesen sehr großen Strukturen in Großunternehmen, auch Universitäten, wie Talente identifiziert werden.

Man sollte viel mehr die Leute ranlassen, die letztendlich die Innovation dann umsetzen. Und das gibt's mittlerweile auch. Also, in einigen Großunternehmen, die ich kenne, macht das HR Department nur noch das Vorscreening, und die tatsächliche Auswahl passiert dann tatsächlich durch die Forschungsabteilung. Und das ist viel besser. Das Thema Scheitern ist ein Stigma, also wir sind lustigerweise immer noch auch in unserer jetzigen Generation Y und alles, was danach kommt, in einem Zustand, wo junge Studierende mir sagen: Das Höchste in der Welt ist entweder eine unbefristete Professorenstelle oder eine unbefristete Stelle in der Industrie.

Und dann den Rest des Lebens quasi an einem Standort zu verbringen, das ist das Größe, sicherer Arbeitsplatz usw. Sichere Arbeitsplätze gibt es in großen Unternehmen nicht mehr. Gibt's auch an der Uni nicht mehr. Und deshalb ist es wichtig, und diese Kultur kann man dahingehend ändern, indem man einfach ein versuchtes Start-up im Lebenslauf, auch wenn es gescheitert ist, als zukünftiger Arbeitgeber höher bewertet als ein Studium der Betriebswirtschaftslehre oder ein Studium in Entrepreneurship. Und da stehe ich auch wirklich dahinter. Die jungen Gründer, die wir bekommen, die es in Büchern gelesen haben, scheitern in der Regel. Diejenigen, die es schon mal gemacht haben, auch wenn es in einer anderen Branche war und auch wenn es gescheitert ist, sind in der Regel erfolgreich. Da ist Learning by doing sehr wichtig. Und das fehlt bei uns noch so ein bisschen.

Die ganzen Bewerbungssysteme der Großunternehmen, auch der Universitäten, bewerten das im Augenblick noch nicht sonderlich hoch, wenn man ein Start-up gemacht hat. Da zählen die Noten und welche Fächer man studiert hat. Und damit findet man aber keine Talente. .

Wie tickt ein Venture-Capital-Investor?

Christian Nagel spricht:

Wir haben natürlich eine Exit-Orientierung. Das ist eingebaut letztlich in dem Auftrag, den wir letztlich ausführen im Sinne der Investoren, die wir haben. Wir wollen Produkte, die sich global skalieren lassen. Tendenziell ist es aber in der Tat so, wenn jetzt ein Team kommt und sagt: Wir haben jetzt nur ein Produkt für den Berliner Markt, übertrieben gesagt, ist es für uns nicht so interessant, weil es einfach nicht so groß werden kann. Und das ist also das eine Thema. Wir wollen natürlich große Märkte adressieren, und dann auch eigentlich, ich will nicht sagen unendlich, aber eine große Skalierungsmöglichkeit, weil wenn wir investieren, dann verkaufen wir ja nach fünf, sechs, sieben Jahren, wenn wir rausgehen, wollen wir ja, dass das jemand dann kauft oder die Börse das akzeptiert als gutes Wachstumsunternehmen, was danach eben nochmal jahrelang weiter wachsen kann. Das ist der Gedanke dahinter letztlich bei dem Thema. So, und dann gibt's aber natürlich viel mehr im Sinne von Spreu vom Weizen trennen, da gibt's natürlich viele andere Kriterien, die eine Rolle spielen.

Das Team spielt eine große Rolle. Wie gut ist das Team wirklich aufgestellt? Was hat das Team für einen Background? Wie hungrig ist das Team wirklich? Wie divers ist es aufgestellt? Kann es global agieren wirklich? Also, es gibt da viele, viele weitere Punkte noch, die wir dann abhaken, bis hin zum Produkt letztlich, weil wir sind sehr darauf aus oder achten sehr auf das Produkt. Was kann das Produkt wirklich? Wie ist es besser als andere Produkte? Ist es jetzt nur eine inkrementelle Verbesserung, die jeder irgendwie hinkriegt, oder ist es wirklich ein Sprung, der nicht so leicht zu kopieren ist oder von anderen eben, wo andere nachziehen können? Letztlich kopieren natürlich alle.

Wenn etwas da ist, dann wird es kopiert. Das ist auch ein Punkt. Und wir gucken schon darauf natürlich, wo der Wettbewerb ist, und wenn wir feststellen: Hier kommt jemand und sagt, der hat was ganz Tolles, Neues entdeckt, und wir stellen fest: In den USA gibt es schon fünf gut gefundete Unternehmen, da sind wir eher zurückhaltend. Und heute ist die Situation eigentlich auch so, es ist nicht mehr nur so, dass Deutschland aus den USA kopiert. Es geht in alle Richtungen. Oder ich würde es auch gar nicht als kopieren, es klingt so negativ, kopieren bezeichnen. Letztlich dadurch, dass die Innovationen eigentlich demokratisiert worden sind, dadurch, dass man kein Geld mehr braucht, um ein Produkt auf den Markt zu bringen. Aber wenn man einen Tech-Background hat, dann kann man eine App entwickeln, relativ einfach, nachts oder am Wochenende, kann man neben dem Job machen. Das kann jeder letztlich, der ein bisschen coden kann. Das heißt, damit haben wir eine gewisse Demokratisierung, und jeder kann eigentlich irgendwas bauen.

Und das passiert auch. Das heißt: Wir sehen, wenn Themen neu sind, dann sehen wir das nicht so, dass ein Thema kommt, und dann ist es das Thema, was neu ist, sondern die Themen, ähnliche Themen werden überall auf der ganzen Welt entwickelt von allen möglichen Leuten. Unsere Aufgabe ist fast sogar ein bisschen schwieriger geworden, weil wir gucken müssen: Wo sind eigentlich, welches ist von denen das richtige oder das interessante? Es geht nicht mehr darum, nur die Innovation anzugucken, sondern: Mensch, da passiert ja was! Plötzlich kommt da ein Insurance-Tech-Unternehmen, sondern die Frage ist bei uns immer: Welches von diesen 20, 30, die es da irgendwie gibt, global, ist denn das, dem wir zutrauen, auch vielleicht wirklich den Durchbruch zu schaffen? Also, es hat sich da schon deutlich verändert. Was gut und schlecht ist.

Gut eigentlich, weil es viel breiter ist, gibt viel mehr, die unternehmerisch tätig werden können auch letztlich in dem digitalen Zeitalter. Gerade mit den mobilen Endgeräten letztlich hat jeder eine Plattform, mit dem er ein Produkt launchen kann, was es eben vor 20 Jahren oder vor zehn Jahren noch nicht gab, zehn Jahre iPhone jetzt Das heißt: Jetzt geht das. Und für uns ein bisschen eben die Schwierigkeit, die daraus entsteht, dass wir eben dann gucken, viel breiter gucken müssen, wo diese Dinge entstehen. Weil die können eben von allen Ecken kommen. Und man kann sich nicht mehr gewiss sein, dass man eben irgendwie einen Vorsprung lange hat, weil man weiß ganz genau: Selbst wenn wir hier investieren, dann muss ein Team eben schon so gut sein, dass es auch den Vorsprung behält dann zu anderen, die dann parallel entstehen. Es muss das Start-up wissen, dass man, dass wir irgendwann raus wollen. Und "wir rauswollen" heißt ja nicht unbedingt, dass es bei ihnen zu Ende ist oder dass es nicht mehr weitergeht oder der Gründer nicht mehr weitermachen kann.

Weil selbst wenn wir verkaufen, ist es meistens so, dass der Gründer oder das Gründerteam noch weitermacht. Wenn wir an die Börse gehen, dann sowieso ist es eingebaut, dass irgendjemand was weitermachen muss, das heißt also, das ist nicht unbedingt ein Ende irgendwie der ganzen Geschichte. So muss man das auch sehen. Und ich glaube, dieses, keiner von uns, zumindest der Professionellen, denkt jetzt irgendwie in so kurzen Zeiträumen, dass man sagt: Wir müssen nach einem Jahr wieder raus. Also, das ist, glaube ich, jedem klar, dass man da einen längeren ... weiß ja echt jeder, fünf, sechs, sieben Jahre irgendwo es begleitet, das Thema. Aber in der Tat, es muss, es ist schon ein Teil der ganzen, auf das, was man sich da einlässt, das ist eben nicht so dieses alte Blut-Scholle-Erde-Denken, dass man eben dieses Unternehmen mit ins Grab nehmen kann oder vererben kann. Da sind wir nicht der richtige Partner, das muss man einfach wissen, wenn das jemand will oder das Team das will, dann muss es sich andere Quellen suchen.

Da ist Venture per se einfach nicht das richtige Finanzierungsinstrument. Investoren haben jetzt keinen Bezug zu den Unternehmen, den meisten, in vielen Fällen. Es gibt Ausnahmen, wo wir strategische Investoren haben, im Fonds auch, also Corporates, die wiederum Interesse haben auch zu sehen: Was passiert an der Innovationsfront? Und wo wir wiederum Interesse daran haben letztlich, einen guten Zugang zu bekommen, um eben dem Portfolio einen Support zu geben.

Weil wir verstehen Venture Capital eben als nicht nur Geld geben, sondern als Service für Unternehmer eigentlich. Und wir, die Gründer von Earlybird, haben alle einen unternehmerischen Background. Wir haben alle selbst was Eigenes aufgebaut. Das heißt, wir können da auch ganz gut zusammen sprechen, auf Augenhöhe in Anführungsstrichen, weil wir eben ähnliche Dinge, mal Schwierigkeiten, kurz vor dem Abgrund stehen, kein Geld mehr haben und so, das kennen wir irgendwo aus der eigenen Erfahrung. Und das hilft natürlich auch in der Unterstützung, und die guten Unternehmer, die suchen eigentlich auch nicht nur Geld, die suchen eigentlich genau diesen Support, also dieses Netzwerk, diese Unterstützung, das ist eigentlich das, was sie suchen. Das kann man auch lange zurückverfolgen in den USA, die erfolgreichen Dinge sind immer entstanden eben auch in der Zusammenwirkung von einem guten Unternehmerteam mit eben guten Investoren, die entsprechend auch Weichen gestellt haben, die Verbindungen hergestellt haben, die den Weg vielleicht zum Exit geebnet haben, indem man halt mal das richtige Intro gemacht hat. Das ist schon mehr als jetzt eben nur das Geld geben, weil das Geld kriege ich auch von der Sparkasse, und da hilft mir keiner.

Wenn ich es irgendwo kriege, meistens kriege ich es nicht, aber simpel gesprochen, da passiert nichts, und Venture ist eben schon mehr als eben nur das Geld und ganz stark eben diese Komponente Die guten Unternehmer, die verstehen das genau. Und die guten, erfolgreichen, die können sich sowieso aussuchen, wer sie finanziert. Und da suchen sie eben den aus, der eben in dieser Richtung am meisten Support bieten kann.

Die meisten Überraschungen sind auf der Teamseite, weil meistens funktionieren die Teams nicht. Also, 80 Prozent der Gründe für letztlich Abschreibungen bei uns sind Teamprobleme aller Arten. Team zerstreitet, Team wird krank, Team betrügt, alles Mögliche haben wir schon erlebt in der Zwischenzeit, sind wir auch lange am Markt jetzt, da hatten wir wirklich alles schon. Und das sind so die Überraschungsmomente, die man dann erlebt und wo wir auch immer in der Tat uns fragen: Kann man das irgendwie im Vorwege feststellen? Kann man besser werden in der Beurteilung von Teams? Und das ist nach wie vor schwierig. Also, es gibt kein Rezept dafür, wie man das herausfinden kann. Man kann, das versuchen wir, halt eine gewisse Zusammenarbeit mit dem Team zu machen in der Vorphase, ohne jetzt irgendwie den Prozess rauszuziehen, aber einfach früh kennen lernen.

Deswegen lernen wir eben auch Teams gerne früh kennen, um zu gucken: Wie entwickeln die sich dann? Machen die das, also, gesagt, getan. Wie ist die Gesagt-getan-Quote? Kommen die Dinge wirklich, die man da versprochen hat oder geplant hat? Da kann man so ein bisschen ein Gefühl entwickeln. Aber trotzdem bleibt immer noch letztlich dieser menschliche Unsicherheitsfaktor in Anführungsstrichen, oder ist ja gar nicht menschlich, weil es nicht ein Mensch ist, sondern es ist ja immer ein Team. Das ist nochmal komplexer als ein Mensch, den man beurteilen muss vielleicht, ob man ihn einstellt oder nicht einstellt. Also, ein Team hat noch einmal eine andere Dynamik. Und es verändert sich eben auch, weil die Unternehmen sich auch verändern ganz schnell. Das heißt, ein Team fängt an zu dritt, viert, fünft, und dann sind's irgendwann 15, 50, 100. Und das hat eben eine irre Dynamik letztlich, die damit entsteht, plötzlich mit mehr Verantwortung, mit mehr Druck auch, mit der Verlagerung letztlich von "Ich kümmere mich ums Produkt" zu "Ich muss jetzt plötzlich ein Team managen".

Und das wird immer größer, das Team. Ich muss plötzlich auch mit Investoren reden. Ich muss plötzlich auch mit der Presse reden. Es kommt ja andere Dinge dazu, die man gar nicht vorher vielleicht gar nicht erfahren hat, also keine Erfahrung hat da drin und mit dem man vielleicht gar nicht so gut umgehen kann. Da wird noch viel mehr passieren. Und man muss, glaube ich, unterscheiden zwischen der Technologie, die dahinter steht, also den Blockchain-Technologien, was ja letztlich ist eine Architektur, die es erlaubt, zurückzuverfolgen und letztlich die Fälschungssicherheit erlaubt von gewissen virtuellen Gütern. Das ist es ja eigentlich. Und das Thema der Kryptowährung, also der Bitcoins, der Litecoins, Ethereum usw. Und da ist natürlich, kann man sagen, da ist natürlich, das ist ein bisschen wie Gambling schon, muss man sagen.

Da ist natürlich ein Hype drin, da ist eine wahnsinnige Volatilität drin. Da werden Wallets gehacked, da verschwindet Geld, diese Dinge passieren da. Ist aber auch natürlich, weil das ganze relativ neu ist, passieren solche Dinge auch, muss man sagen. Und da in dem Fall kann man sagen, da ist sicherlich eine gewisse Blasenbildung immer wieder drin. Da geht's mal wieder hoch, da geht's mal wieder runter, das passiert einfach. Aber diese darunterliegende Technologie, die ist eigentlich noch viel mächtiger als jetzt nur bezogen auf Kryptowährungen, also Währungen, die man irgendwie neu schaffen kann. Die ist wahnsinnig groß, da glaube ich stark daran, dass das erst ganz am Anfang ist. Weil es gibt so wahnsinnig viele Anwendungen und so wahnsinnig viele Ineffizienzen in vielen, vielen Bereichen, die ganzen Vertragswerke, wo viele Leute daran arbeiten, wo man es viel leichter hätte, wenn die eben letztlich tokenized werden, irgendwo auf Krypto basieren würden, wo dann Regeln eingebaut werden, wer was dazu beitragen muss und wann sowas fertig ist und was passiert auch danach, wenn so ein Vertrag erfüllt ist? Kann alles automatisch passieren.

Da braucht man keinen mehr, der sich darum kümmert, also Stichwort Versicherungen. Im ganzen Bankenbereich gibt's wahnsinnig viele Leute, die sich beschäftigen mit beim Handel von Wertpapieren, die zwischendurch halt gewisse Dinge tun müssen, Verifizierung von jemandem, gucken, ob das Geld auch wirklich auf dem Konto eingegangen ist, gucken, von wem das kommt usw. Braucht man alles nicht mehr! Kann man komplett eigentlich einstampfen, wenn man eben diese Technologien anwenden würde für solche Themen. Und ich glaube, da ist das Feld riesig. Und da wird viel passieren. Also, da sind wir sehr bullish letztlich, dass da große Dinge sich verändern werden und viele, ich sag mal, Stufen in der Wertschöpfung, auch heute normale Businesses, vom Hauskauf alleine, Grundbucheinträge, kann man alles letztlich mit der Technologie optimieren und viel effizienter machen. Man braucht keine Notare mehr eigentlich. Die sind überflüssig, komplett für gerade so Grundbuchthemen. In den USA Riesenindustrien, die sich mit gerade auch beim Thema Grundstücke oder Gebäude mit Title Search beschäftigen und diesen ganzen Themen, braucht man eigentlich alles gar nicht mehr, wenn man diese Technologien anwenden würde.

Also, ich glaube, da ist ein großes Potenzial drin. Und deswegen darf man aber nicht so beziehen auf nur jetzt das, was man bei den Währungen sieht, wo man wieder liest, dass irgendwo Ethereum Bitcoin überholt hat. Das ist nicht unbedingt das Thema, was darunter liegt eigentlich und was die Relevanz von dieser ganzen Technologie ausmacht. Und da glaube ich stark daran, dass da viel passieren wird. .

Erfahrungen mit Kundenwachstum

Daniel Pflieger und seine Erfahrungen mit Kundenwachstum

Ja, ich heiße Daniel ich bin Baujahr 84 Ich bin gelernter GEO-Cacher. Ursprünglich habe ich einen sozialen Beruf erlernt, ich bin gelernter Heilerziehungspfleger und habe lange Zeit mit Kindern mit Behinderungen gearbeitet. Ich habe einfach die ersten Jahre sehr viel in die Firma investiert und eine komplette aufmerksamkeit nicht nur 100%, sondern 110 oder 120 auch wenn es mathematisch nicht möglich ist und dadurch vieles andere aus dem Blick verloren. In erster Linie meine Frau. Das hat sie mir gesagt ich konnte es nicht erkennen oder umsetzen, zumindest hat sie irgendwann die Konsequenzen gezogen und gesagt, dass reicht ihr jetzt, sie möchte dass so nicht mehr. Das war sicher ein entscheidender Faktor, der mich dazu gebracht hat, Dinge anders machen zu wollen. Dinge anders machen zu wollen, reicht nicht immer. Ich habe das erste Mal an diesem Punkt hinterfragt: Warum meine ich eigentlich zehn Stunden am Tag hier sein zu müssen. ich habe vorher alles gemacht Das ist logisch und das Tagesgeschäft hat häufig meine Energie so aufgefressen, dass für das Weiterentwickeln und sich auch mal eine Stunde oder mal zwei Stunden hin zu setzen mit einem Block und einem Stift und einfach zu überlegen: Wo wollen wir hin, was sind unsere Ziele? Wie können wir uns aufstellen um nicht immer von projekt zu projekt zu hecheln und zu hoffen, dass auch nächsten Monat die Betriebskosten alle reinkommen.

Das war nicht möglich vorher, weil ich mir auch die Zeit nicht nicht freigeschaufelt hab oder oder kein System hatte, um mir diesen Freiraum zu schaffen. Ich habe letztes Jahr dann ein Abendseminar gemacht bei Christian Seigwasser und das hat mich ziemlich beeindruckt. Also das Versprechen war: In wenigen Wochen 30% mehr Kunden zu gewinnen. Das war das, was mich hingelockt hat, aber was eigentlich an dem Abend bei mir hängen geblieben ist, ist, dass es möglich ist, ein Unternehmen aufzubauen, indem man nicht Zehn oder Zwölf Stunden am Tag und auch jedes Wochenende tätig ist und rotiert und rotiert und macht und tut, sondern, dass es möglich sein kann, ein Unternehmen so aufzustellen, dass es auch funktioniert ohne dass man permanent da ist und dass man vielleicht auch noch andere Lebensbereiche auch mit Erfüllung gestalten kann.

Ich arbeite heute nicht mehr Zehn oder Elf Stunden am Tag. ich habe meine Arbeit so aufgestellt oder mein Tag so strukturiert, dass ich meinen Tagesgeschäft in fünf Stunden absolvieren kann. Ich kriege jede Woche ein Coachingbrief, der sehr das ist nicht einfach ein Motivationstief, da sind oft sehr konkrete Handreichung drin. Dann gibt es in regelmäßigen Abständen ein Arbeitsbuch. Was ich an den Arbeitsbüchern sehr schätze ist es da in meinen Augen sehr viele fundierte und kompetente Einflüsse auch aus verschiedenen Büchern und veröffentlichungen rein fließen aber so aufgearbeitet, dass es auch jemand mit sehr geringen Vorkenntnissen leicht umsetzen kann. Es sind wirklich Eins zu Eins Handlungsanweisungen, bei dem natürlich auch abweichen kann, aber ich finde es sehr Praxisnah. Jetzt durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Biografien habe ich festgestellt, alle erfolgreichen Unternehmer haben in irgendeiner Form Tagebuch oder Journale geführt und das hat auch seinen Sinn.

Da gibt es unterschiedliche Kategorien. Die erste Kategorie ist: Sich jeden Tag die Jahresziele noch mal zu visualisieren und aufzuschreiben. Ich habe einige dieser Ziele schon vor Ablauf des Jahres erreicht, also ein konkretes Ziel wie beispielsweise die Sondertilgung für mein Hauskredit Ist ja ziemlich... kann man gut greifen. Habe ich früher auch gemacht, aber eher so: Naja, wenn es passt, dann mach ich's halt. Jetzt habe ich es mir aufgeschrieben, habe mich jeden Tag daran erinnert und habe Monat für Monat darauf hin gearbeitet. Und ich dachte mir das schaffe ich nach einem Jahr, aber ich habe es noch drei monaten geschafft. Das macht zuversichtlich auch andere Dinge anzugehen, die vielleicht schwierig erscheinen. Ich weiß, was es mir persönlich bringt. Nehme mir jeden Tag ein bis zwei Stunden für meine persönliche Weiterentwicklung. Für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Das habe ich vorher nie gemacht und ich war auch noch nie so zuversichtlich wie jetzt. Was einfach raus gekommen ist, dass ich weniger arbeite als je zuvor, aber wir als Unternehmen mehr schaffen als je zuvor. Ich finde es toll.

Wir werden nachgefragt, Leute rufen bei uns an und sagen wir brauchen einen Experten für Geocaching. Leute oder Unternehmen an die ich nie gedacht hab, die man als Kunden zu gewinnen, die rufen bei uns an und laden uns ein. Das ist für mich bemerkenswert. Das ist schön, dass ist ein gutes Gefühl. .

Jürgen Heraeus: Wirtschaft und Populismus

Die Wirtschaft muss natürlich auch gegenhalten, darf dem Populismus keine offenen Flanken bieten. Wo jeder einleuchtend sagt: Wie kann eigentlich ein Vorstandsvorsitzender, wie im Fall von Volkswagen, 17 Millionen verdienen, und der Aufsichtsrat sagt: Das hat sich aus der Rechnung so ergeben. Also, da kann man einen Cut machen und sagen: Bei vier oder fünf oder sechs Millionen ist Schluss, und da ist das ganz einfach zu regeln. Es kommt natürlich stark von Amerika, wo ja Vergütungen bezahlt werden, die sich unseren Vorstellungen völlig entziehen.

Aber die Angst, dass die deutschen Manager dann alle nach Amerika gehen, weil dort besser bezahlt wird ... Es sind, glaube ich, vier gegangen, die anderen sind gar nicht genommen worden. Also, insofern brauchen wir da keine Sorgen zu haben. Ich war selber lange Jahre Aufsichtsratsvorsitzender eines MDAX-Unternehmens. Da haben wir das tadellos hingebracht. Toller Aufsichtsrat, Belegschaft voll dahinter, gutes Auskommen mit der Gewerkschaft. Also, wenn man da Vorbild ist und sich Mühe gibt, dann kann man vieles verbessern. Das sind die Hausaufgaben, die die Wirtschaft machen muss, die die Unternehmen machen müssen. Bei der Befragung, nach dem Ranking der gesellschaftlichen Anerkennung, die Polizei ist, glaube ich, ganz oben, und die Politiker sind ganz unten, und die Unternehmer sind auch ziemlich ganz unten.

Wenn man Einzelbefragungen in Unternehmen macht, Familienunternehmen, dann sind die ganz oben. Und insofern ist auch das natürlich, es wird nicht überall ein Vorstandsvorsitzender zu hoch bezahlt. Das sind natürlich die Fälle, die dann an die Wand genagelt werden, und dann wird pars pro toto genommen, alle wären überbezahlt, also, da müsste man mit dem Gesetzgeber jetzt kommen, und da darf einer höchstens das Zwanzigfache vom Schlechtestbezahlten oder vom Durchschnitt bekommen, also, da denken sie sich Sachen aus. Ich habe dann dem Unternehmen, wo ich Aufsichtsratsvorsitzender war, dem Vorstandsvergütungsgesetz mussten wir Genüge leisten, so dass dann im Geschäftsbericht waren dann 46 Seiten über die Vorstandsvergütung, die keiner verstanden hat. Also, das sind dann die ... völlig überflüssig. Die Unternehmen müssen selber, und ich sage mal, wenn die Extremfälle wegfallen, dann hat die Presse auch weniger zu berichten darüber. Dann wird auch das Image für alle besser. Was im Einzelnen viel besser ist als in der Summe. Wir sehen auch im Zuge der Globalisierung, die ja letztlich abgelehnt wird von den Populisten, weil sie es auch nicht ganz richtig verstehen und sehr leichtfertig sagen können: Wenn wir hier für uns sind, wie das Herr Trump auch macht, nur ist Amerika ein bisschen größer als Deutschland, wenn wir für uns sind, dann wäre alles viel besser, dann hätten wir nicht die böse EU, und dann hätten wir nicht die bösen Chinesen, die uns das Leben schwer machen.

Das ist natürlich sehr kurz und falsch gedacht, denn mehr als ein Viertel unserer Arbeitsplätze hängt am Export. Das heißt, wenn wir uns hier beschneiden, dass wir nicht mehr exportieren können, dann geht es uns ganz schlecht. Also, von daher haben wir es vielleicht nicht genug erklärt, warum wir einen weltoffenen Handel brauchen für Investitionen, warum wir es auch zulassen müssen, dass Chinesen in Deutschland Unternehmen kaufen. Wenn man genau schaut, wem Siemens gehört, vielleicht sechs Prozent deutsche Aktionäre, das andere sind alles Ausländer.

Ford, Opel war Amerika, jetzt gehört es einem Franzosen. Also, das haben wir ja alles schon, nehmen das nur nicht so richtig wahr. Es wird übersehen, in Deutschland sind wir zwar tüchtig, aber wir sind so ein kleines Land auf der großen Landkarte, im Moment tüchtig und gut. Wir haben tolle Sachen, aber alleine stellen wir nichts nachher dar auf Dauer. Wenn wir China sehen mit 1,3 Milliarden Menschen, wenn man Indien sieht mit 1,3 oder 1,4 Milliarden Menschen, die an Power gewinnen, die schnell aufholen und nicht nur kopieren, sondern inzwischen eigenständig, das ist die wirtschaftliche Welt, von der wir auch gut leben, nicht nur durch Export. Alles, was in Deutschland an Kleidung getragen wird, kommt irgendwo aus Asien oder aus Italien, aus anderen Ländern, das gibt es in Deutschland gar nicht mehr, so dass die internationale Zusammenarbeit, von der profitieren wir alle.

Mittelstand und Disruption

Der Mittelstand ist etwas, was nicht nur die Volkswirtschaft trägt, also jetzt gerade bei uns in Deutschland, sondern was im Grunde genommen ja auch die Gesellschaft ausmacht. Geht man beispielsweise nach Südwestfalen, geht man runter ins Badische, geht man in bestimmte Regionen auch in Ostdeutschland, dann sieht man, dass das sehr stark eine Wirtschaft ist, die sehr stark mittelständisch geprägt ist. Wo eben also im Grunde genommen auch Familienunternehmen manchmal in der dritten, vierten, fünften Generation einen großen Anteil haben in der Region. Ich glaube, es kommt immer darauf an, wo man sich bewegt. Berlin wird als die Hauptstadt der Start-ups gesehen, nicht als die Hauptstadt des Mittelstands, obwohl wir vom Institut, wir sehen eigentlich auch, dass die Start-ups ein Stückweit Mittelstand sind.

Ein Unternehmen, was ich ganz extrem spannend finde, das ist wirklich schon ein sehr großer Mittelständler, ist Kirchhoff im Sauerland. Einer der Kirchhoff-Brüder ist auch ein Unternehmer mit Leib und Seele. Der hat mich mal durch sein Unternehmen geführt, was dazu führte, dass ich meinen Zug verpasst habe, weil der kannte jeden mit Namen. Das ist ein hochtechnologisch aufgesetztes Unternehmen. Der hat auch Digitalisierung schon gelebt, bevor das ein Begriff war. Bei dem ist es so, dass die Leute, die dort im Grunde genommen an den verschiedenen Stationen stehen, die haben wie so Ärzte einen kleinen Piepser, so einen Pager.

Die können also im Biggesee schwimmen gehen, und wenn die Maschine nicht funktioniert, dann werden sie angepaged, und dann müssen sie ins Unternehmen zurück. Und das ist so ein Unternehmer, gut, vielleicht hat der eine andere Art von Managementkultur, der lebt dieses sehr Persönliche des Mittelstandes, sich Verantwortung bewusst fühlen gegenüber dem neueingestellten Lehrling, den er mit Namen kannte, bis eben zum, der macht tatsächlich auch Forschung und Entwicklung im Unternehmen, bis eben zum FuE-Leiter. Es verpassen nicht alle Mittelständler den Zug der Digitalisierung.

Ich würde sogar die Hidden Champions ein Stückweit ausnehmen wollen, gerade die. Ich habe jetzt so ein paar ganz konkrete Firmen im Auge, vor dem Auge, die im Siegerland, in Südwestfalen ansässig sind, und die sind tatsächlich, was Digitalisierung angeht und auch den Umgang mit digitalen Techniken, sind die wirklich à jour. Faszinierende Unternehmen, wo eben Digitalisierung weit über das hinaus geht: Ich baue da jetzt mal im Unternehmen irgendwas auf, und dann sage ich: Ich bin jetzt digital aufgestellt. Diese Unternehmen sind ja in Wertschöpfungsketten oft eben nicht nur ein kleines Rädchen, sondern manchmal auch die Treiber, das heißt, sie müssen das ganz anders nutzen.

Die kleineren Mittelständler haben da eher Probleme. Für sie ist die Digitalisierung eine Herausforderung. Das hat viel mit den Ressourcen zu tun, nicht unbedingt mit den Finanzen, sondern eben auch mit dem Personal. Das hat viel damit zu tun ... Mich erinnert das so ein Stückweit, als damals das Internet aufkam und jeder Handwerksbetrieb meinte, Internet ist damit getan, dass ich eine Internetwebseite habe. Bei der Digitalisierung sieht man manchmal so ein ähnliches Verständnis, gerade bei den kleineren Mittelständlern auch in bestimmten Bereichen, dass man dann denkt: Okay, Digitalisierung bedeutet jetzt Mensch-Maschine-Kommunikation, und wenn ich das eingeführt habe, ist es okay. Oder man sieht auch die Ängste, dass dann eben gesagt wird: Digitalisierung, gerade auch bei der Belegschaft in so einem mittelständischen Unternehmen, bedeutet, dass mein Job flöten geht, um es jetzt mal so zu sagen. Dem ist nicht so, weil die Führungskräfte bei den Mittelständlern erkannt haben, das zeigt ein Projekt, was wir gerade zurzeit abschließen, dass ohne die Mitarbeiter, ohne die Belegschaft im Prinzip die Digitalisierung nicht umgesetzt werden kann.

Was sich erst langsam durchsetzt, ist dieses Verständnis, dass Digitalisierung nicht ein technischer Prozess ist, sondern es im Grunde genommen auch erfordert, dass man andere Kompetenzen hat, dass man die Mitarbeiter anders schult, die Führungskräfte anders schult. Dass man im Grunde genommen die Digitalisierung als eine riesige Chance begreift. Auf der anderen Seite, finde ich, da wird manchmal ein ziemliches Bohei darum gemacht, also, so riesig sehe ich die Digitalisierungslücke im deutschen Mittelstand nicht, wie immer wieder gesagt wird. Es ist auf verschiedenen Ebenen, was das angeht, relativ gut aufgestellt, auch im europäischen Vergleich. Wie erkenne ich als Staat, was eine disruptive Innovation ist und wie kann ich dem Mittelstand verordnen: Seid bitteschön mal disruptiv! Erstens: Jeder Unternehmer ist im Grunde genommen immer wieder auf der Suche danach. Wie können sie sich neu am Markt aufstellen? Was kann neu gemacht werden? Was muss neu verändert werden? Zweitens: Jede Gründung, die an den Markt kommt, rührt den Markt auf, egal ob das jetzt ein hochinnovatives Geschäftsmodell ist oder ob das eine Imitation von etwas ist, was es am Markt schon gibt, wo eine Kleinigkeit neu gestaltet wird.

Das sorgt aber auch dafür, dass die Etablierten am Markt sich nochmal überlegen müssen: Wo sitzen sie eigentlich? Was machen sie? Von daher ... Ich glaube nicht, dass wir unbedingt eine Diskussion um Disruption brauchen. Wir brauchen eher eine Diskussion darum: Warum ist das, was besteht, warum erkennen wir eigentlich nicht, wie gut das ist? Und warum überlegen wir eigentlich nicht, wo müsste das vielleicht nochmal durchlässiger und offener werden? England zum Beispiel ist sehr viel kleinteiliger schon sehr viel früher gewesen. Also, Margaret Thatcher hat damals mit der Privatisierungskampagne, die sie gefahren hat, diesen eventuellen Mittelstand, der im Entwickeln begriffen ist, sehr stark zerstört. Das sind sehr kleine Unternehmen dort gewesen, immer schon. Interessant ist, dass in den vergangenen Jahren eben Großbritannien sehr stark auf eine "British Mittelstand"-Initiative setzt, und zwar "Mittelstand" wirklich auch das Wort übernommen hat in die englische Sprache. Viel spannender finde ich das, was ich in Osteuropa gesehen habe. Dieses Phänomen beispielsweise, Start-ups, die gründen und dann verkaufen und wieder gründen und wieder verkaufen, das habe ich bereits Anfang 2000 in Ungarn gesehen bei Jungunternehmern, die eben sagten: Wir haben eine tolle Idee, aber warum sollte ich jetzt an dieser Idee zehn Jahre rumarbeiten? Ich schaue, dass ich sie an den Markt bringe, und dann verkaufe ich sie gleich wieder.

Also, da war ein ganz anderer Geist, der dahintersteckt, oder so eine ganz andere Mentalität, vielleicht auch dadurch bedingt, dass natürlich die Unternehmensstrukturen in der ehemaligen sozialistischen Wirtschaft ganz anders ausgesehen haben. Wobei Ungarn ist eines der Länder gewesen, das bereits sehr früh Reformexperimente zugelassen hat, vielleicht auch so ein bisschen diesen "Ich frickel da mal jetzt rum, ich probiere mal aus, ich wurschtel mich durch als Unternehmer", das zugelassen hat. .

Kooperation von Schulen und Unternehmen - 23.02.2017

Meine Damen und Herren, ich rufe jetzt Tagesordnungspunkt 16 auf: Antrag der Fraktion der FDP betreffend Gründergeist und Unternehmertum in hessischen Schulen - Drucks. 19/4518 - Zusammen damit rufe ich Tagesordnungspunkt 55 auf: Dringlicher Antrag der Fraktion der SPD betreffend Kooperationen von Schulen und Unternehmen transparent und einflussfrei fördern - Drucks. 19/4562 - Die vereinbarte Redezeit beträgt zehn Minuten je Fraktion. Für die FDP-Fraktion erteile ich Herrn Greilich das Wort. Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gründer in Hessen sind mit der Politik unzufrieden. Der vom Bundesverband Deutsche Startups in der Gründerszene erhobene Befund zeigt, dass nur noch in Brandenburg die Gründer unzufriedener als jene in Hessen sind. Auch bei der Zahl der Gründungen bekleckert sich Hessen nicht mit Ruhm. In diesem Bundesland wurden nach dieser Untersuchung nur 5,4 % der gesamten Neugründungen in Deutschland verzeichnet. Allein Hamburg kam auf 6,4 %. Die Stadt München kam auf 7 %. In Hessen dagegen stagniert die Zahl der Gewerbeanmeldungen. Nach dem Report der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern waren es im Jahr 2015 63.583. Es waren 63.583. Ich darf darauf hinweisen: Noch im Jahr 2010 wurden in Hessen mehr als 80.000 Gewerbeanmeldungen registriert.

Das muss natürlich ein Weckruf, ein Alarmruf für uns alle in diesem Haus sein. Das wird durch die Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom unterstrichen. Er hat in einer Umfrage unter Deutschlehrern herausgearbeitet, dass rund zwei Drittel aller Lehrer ihren Schülern davon abraten würden, nach der Ausbildung ein innovatives Unternehmen zu gründen. Gerade einmal jeder vierte Lehrer würde eine Gründung unter bestimmten Umständen empfehlen. Das ist ein schlechtes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Daran müssen wir arbeiten. Deswegen haben wir Ihnen unseren Antrag vorgelegt. Wenn wir die nächsten Gründergenerationen darin bestärken wollen, die Chancen freien Unternehmertums zu nutzen und die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, dann muss die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen an unseren Schulen einen angemessenen Platz einnehmen.

- Herr Kollege van Ooyen, eines haben Sie verstanden: In der Tat fängt die Bildung in der Grundschule an. Das sollte in der Tat auch für Sie wichtig sein. Vor diesem Hintergrund halten wir es für eine Fehlentwicklung, dass die Tendenz erkennbar wird, wirtschaftliche Themengebiete im Fach Politik und Wirtschaft sowie im Fach Wirtschaftswissenschaften zu reduzieren und durch gesellschaftspolitische Fragestellungen zu ersetzen. Wir fordern hingegen eine stärkere Betonung und eine interdisziplinäre Einbettung der Wirtschaftsthemen, die in geeigneter Art und Weise in andere Fächer integriert werden müssen. Gerade auch Hessen braucht mehr Gründergeist. So sollte die schwarz-grüne Landesregierung das Engagement privater Initiativen und Sponsoren begrüßen, die bestrebt sind, durch die Entwicklung und kostenfreie Überlassung der Unterrichtsmaterialien den Stellenwert der Bildung hinsichtlich wirtschaftlicher Betätigung und Unternehmertum im Schulunterricht zu verbessern und junge Menschen zur selbstständigen wirtschaftlichen Tätigkeit zu ermuntern. - Herr Kollege van Ooyen, es ist viel besser, wenn wir unsere Kinder in einer freien Marktwirtschaft Kinder sein lassen, als wenn sie in der Ordnung leben würden, für die Sie gelebt haben und für die Sie heute anscheinend noch als ewig gestriger stehen.

Die massive Kritik der Vertreter der Berufsschulen und der Wirtschaftsverbände in der Anhörung des Schulausschusses zur Novelle des Schulgesetzes bestätigt, dass die schwarz-grüne Novelle des Schulgesetzes genau diese Fördermöglichkeiten erschweren wird. Offensichtlich gibt es in der CDU und bei den GRÜNEN überhaupt kein entsprechendes Problembewusstsein. Wir Freie Demokraten halten es für erforderlich, ein Umsteuern und Umdenken in dem Sinne anzustoßen, dass die objektiven Rahmenbedingungen selbstständiger wirtschaftlicher Betätigung mit allen Risiken und vor allem aber auch mit den Chancen des wirtschaftlichen und persönlichen Erfolgs an hessischen Schulen vermittelt werden. Hierfür benötigen wir einen Unterricht, der Gründergeist nicht bekämpft, sondern zielgerichtet fördert. Aus diesem Grund haben wir unseren Antrag vorgelegt, aus dem ich Ihnen einige Schwerpunkte erläutern will. So sagen wir, dass Aspekte wie Existenzgründung und Unternehmertum bereits in der Lehreraus- und -weiterbildung unabhängig von Schulform und Bildungsgang angemessen vermittelt werden müssen.

Ein zweiter Punkt, der in der hessischen Praxis viel zu kurz kommt, ist: Wir als Freie Demokraten sagen - und wir als Landtag sollten das insgesamt tun -, dass Lehrerinnen und Lehrer ermuntert werden sollten, selbst den Arbeitsalltag, insbesondere in jungen Unternehmen, durch Besuche oder Praktika näher kennenzulernen. Herr Kollege Schwarz, die Vermittlung von finanziellen, ökonomischen sowie unternehmerischen Kompetenzen soll in den Kerncurricula stärker berücksichtigt werden, um Schülern frühzeitig ökonomisches Wissen zu vermitteln und somit den Mut und die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zu fördern. Hinweise auf Unternehmen, Kammern oder Wirtschaftsinstitutionen in kostenfreien Druckerzeugnissen, die Schulen zur Förderung der Wirtschaftskompetenz überlassen werden, dürfen nicht pauschal als Verstoß gegen das Werbeverbot an Schulen gewertet werden.

Gleiche Maßstäbe müssen darüber hinaus für Gewerkschaften, Verbände und Organisationen gelten, insbesondere wenn sich diese auch wirtschaftlich betätigen. Es gibt da einige Beispiele aus dem Umweltbereich. Wenn ich mir den von der SPD vorgelegten Antrag anschaue, dann fehlt dieser Aspekt natürlich vollständig - bei der ansonsten geforderten Untersagung jeglicher Werbung. Das passt auch nicht in die Ideologie. Meine Damen und Herren, entgegen der von Schwarz-Grün beabsichtigten Änderung des Werbeverbots im Schulgesetz, mit der die Zusammenarbeit und Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und Verbänden sowie Kammern maßgeblich erschwert und somit die Öffnung der Schule für außerschulische Lernorte konterkariert wird, wollen wir eine Förderung der Kooperation mit Angeboten von außerhalb der Schulen.

Wir wollen die Ansiedlung des Ermessensspielraums beim Sponsoring - das ist ein ganz wesentlicher Punkt - auch weiterhin auf Schul- und nicht auf Ministerialebene - sonst können wir das in der Tat gleich vergessen. Ein schönes Beispiel aus der Vergangenheit ist - die Tendenz scheint sich fortzusetzen; ich hoffe, dass sie irgendwann gestoppt wird -, dass die Bereiche im hessischen Kultusministerium, die mit dem Thema befasst sind, einer GEW-Kampagne auf den Leim gegangen sind und dort entsprechend agieren. Meine Damen und Herren, das sind Dinge, die wir nicht hinnehmen dürfen. Ich will an dieser Stelle einmal sehr deutlich etwas Positives hervorheben.

Der Ministerpräsident hat leider keine Zeit, dieser Debatte zu folgen. Das wird daran liegen, dass er andere wichtige Staatsgeschäfte zu erfüllen hat. Aber ich will das ganz positiv hervorheben: Der Ministerpräsident zeigt, wie es richtig geht und wie man es gut macht. Ich habe mit großer Freude im „Darmstädter Echo“ gelesen - es stand auch in anderen Zeitungen -, die Firma Merck aus Darmstadt - dem ein oder anderen hier ist sie sicherlich bekannt - habe bekanntgegeben, dass sie die Schule Schloss Hansenberg künftig als Praktikumspartnerunternehmen fördern werde.

Dann wurde eine Vereinbarung durch die Firma Merck auf der einen Seite und dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier unterzeichnet. Das ist ein klares, positives Zeichen. So muss es funktionieren. Das ist sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schulen. Ich begrüße das ausdrücklich. Das zeigt wieder einmal: Wenn der Ministerpräsident etwas selbst in die Hand nimmt, dann funktioniert das im Regelfall auch. Das Problem ist, dass er seine Regierung nicht im Griff hat. - Das tut mir leid.

- Das zeigt sich bei der Novelle des Hessischen Schulgesetzes, in dem dieser Unfug zum Werbeverbot steht. Herr Kollege Schwarz, wir haben es heute früh diskutiert. Wir haben es doch alle noch in Erinnerung. Sie in Ihrer Fraktion wissen ganz genau, wie hoch es beim Klimaschutzplan hergeht. Das hatten wir heute früh auch schon. Der Ministerpräsident muss es immer wieder richten, weil es sonst aus dem Ruder läuft. Das ist das Problem in dieser Koalition. - Frau Kollegin Dorn, vielleicht sollten Sie einmal mit den richtigen Leuten reden. Die vielen Rückmeldungen zum Thema Wirtschaft und Schule, die wir seitens der Wirtschaft und der Schulen erhalten haben, und die Ergebnisse der Anhörung bestätigen uns in unserem Engagement für eine Stärkung der Wirtschaftskompetenz und der Förderung des Gründergeists im Unterricht. So wollen wir mit unseren konkreten Handlungsvorschlägen dazu beitragen, dass durch entsprechende Unterrichtsangebote, Gründergeist künftig bereits in der Schule geweckt werden kann.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das will ich abschließend sagen: Wirtschaft ist nicht alles. Das wissen wir sehr genau. Aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. Gerade wir in Hessen leben nicht von Sozialtransfers und hoher Staatsquote, sondern von Leistung, der Leistungsbereitschaft und dem Mut der vielen Menschen in unserem Land, die im privaten Sektor, unternehmerisch oder in den dort bestehenden produktiven Unternehmen als Mitarbeiter tätig sind und es mit ihrer Arbeit erst ermöglichen, dass wir hier über staatliche Leistungen ein leistungsfähiges Schulsystem und tragfähige soziale Sicherungssysteme unterhalten können. Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Losung für ein zukunftsfähiges Hessen muss deshalb lauten: Hessens Schulen machen Mut statt German Angst. Lasst uns ein Land der Gründer sein. Danke, Herr Greilich. - Für die SPD-Fraktion erteile ich Herrn Degen das Wort. Herr Präsident, meine Damen und Herren! Eines der Ansinnen der FDP - es geht in dem Antrag einiges durcheinander -, nämlich die Vielfalt der Arbeitswelt in der Schule abzubilden und vor allem die Begeisterung zu wecken, Praktika zu machen und in Kontakt mit der Arbeitswelt zu kommen, unterstützen wir erst einmal ausdrücklich.

Schule, die nur in der Schule stattfindet, kann nur schwer die außerschulische Lebens- und Arbeitswelt vermitteln. Wir brauchen diesen Austausch und diese Kooperation mit den Unternehmen für Praktika, für Boys‘ und Girls‘ Days und für vieles mehr. Es gibt viele gute und innovative Schulprojekte, die auch die wichtigsten Verhaltensregeln an Schulen respektieren. Wir haben viele Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen, die keineswegs dem Werbeverbot widersprechen. Meine Damen und Herren, hier überhaupt diesen Widerspruch zwischen Kooperationen mit Unternehmen und dem Werbeverbot aufzumachen, halte ich nicht für angemessen. Diese Kooperationen sind wichtig für die Berufsorientierung, gerade auch für die Berufsorientierung an allen Schulformen.

Ich glaube, wir waren uns schon damals im Rahmen des Bildungsgipfels einig, dass die Berufsorientierung, gerade auch an Gymnasien, so wichtig ist, um den jungen Leuten aufzuzeigen, dass das Studium nach dem Abitur nicht der einzige Weg sein muss. Dazu brauchen wir diesen Kontakt und diesen Austausch. Meine Damen und Herren, genauso brauchen wir auch die Verstärkung der dualen Ausbildung. Es ist aber nicht Aufgabe von Schule und staatlicher Allgemeinbildung, einzelne berufliche Verwirklichungsformen stärker als andere zu forcieren. Schülerinnen und Schüler müssen alle Optionen kennen, die sie in ihrem Leben haben. Bildung dient in erster Linie der Selbstentfaltung und Stärkung der Menschen und nicht primär der ökonomischen Verwertbarkeit. Der FDP-Antrag bringt einiges durcheinander und ist besonders in Bezug auf die Frage des Werbeverbots recht undifferenziert und auch ein Stück weit blauäugig.

Deswegen haben wir das zum Anlass genommen, einen eigenen Antrag zu formulieren, der sich speziell mit diesem Punkt auseinandersetzt, dem wir überhaupt nicht zustimmen können. Es geht darum, dass Werbung an Schulen deutlich zunimmt. Das zeigen Studien, z.B. von der Universität Augsburg. Schülerinnen und Schüler sind nun einmal als künftige Wähler und Konsumenten für Lobbyisten interessant. In der Hoffnung, auf die Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen einwirken zu können, weil diese ein Leben lang wirkt, muss man sich Werbung an Schulen besonders verantwortungsbewusst anschauen. Meine Damen und Herren, es gibt inzwischen sogar - das ist kein Witz - Agenturen, die darauf spezialisiert sind, Werbung so zu gestalten, dass sie trotz des eigentlich geltenden Werbeverbots an Schulen, dennoch akzeptiert wird.

Ich will das ausdrücklich sagen: Wir haben viele Kritikpunkte am Schulgesetz - ob der Landesregierung oder der regierungstragenden Fraktionen. Einer der Punkte, den wir begrüßt haben - wir haben es auch so empfunden, dass das in der Anhörung begrüßt worden ist -, betrifft die Präzisierung des Werbeverbots, das gar nicht so neu ist, nun aber von der Erlassebene ins Schulgesetz gehoben werden soll. Von der Universität Augsburg sind die Lehr- und Lernmaterialien untersucht worden, die oftmals kostenlos zur Verfügung gestellt werden und in denen Sachverhalte nicht immer ganz objektiv dargestellt werden. Ich will ausdrücklich sagen, dass es viele gute solcher Materialien gibt, übrigens nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Nichtregierungsorganisationen, von Gewerkschaften usw.

Es gibt eine sehr große Bandbreite. Im Jahr 2012 gab es rund 882.000 solcher Materialien, meine Damen und Herren, und die Zahl steigt ständig. Aber nicht alle dieser Materialien sind gut, und dementsprechend ist ein Werbeverbot erforderlich, um hier klar hinschauen zu können. Es passiert immer wieder, dass Experten an Schulen geschickt werden. Wir haben das im Rahmen von mehreren Anfragen aufgegriffen. Das betrifft z.B. die Finanz- und Vermögensberater als ehrenamtliche Lehrkräfte. Man muss skeptisch hinschauen, was da wirklich passiert. In einer der nächsten Sitzungen des Kulturpolitischen Ausschusses werden uns Wettbewerbe und Spiele beschäftigen, die an Schulen stattfinden. Exemplarisch will ich speed4 nennen. Das ist ein Wettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler einen Laufparcours laufen. Dabei bekommen sie Belohnungszettel, auf denen oben der Sponsorname steht. Dazu haben wir nachgefragt. Wir haben deshalb danach gefragt, weil eine der beteiligten Firmen auf ihrer Homepage explizit damit wirbt - an dieser Stelle bitte ich Sie zuzuhören -, dass dieser Wettbewerb einen Marketingfaktor habe. Da heißt es: Wahrnehmung der Sponsoren als Förderer des Sports und der Gesundheit von Kindern bei Schulen, Eltern, Politikern und generell in der Presse.

Abspeicherung des Sponsors im Kopf des Kindes durch das erfolgreiche und emotionale Erlebnis. Völlig neues Kundenbindungsinstrument, welches dafür sorgt, dass jedes Kind und Eltern zu Ihnen geführt wird. Verstärkung des Nachhaltigkeitseffektes durch die Online-Community. Meine Damen und Herren, an dieser Stelle muss eine Grenze gezogen werden. Das ist in diesem Fall nicht okay, wenn es um Kooperationen geht, meine Damen und Herren. Ich bin dem Kultusministerium dankbar, dass es in Anlehnung an die Qualitätskriterien für Schülerwettbewerbe der Kultusministerkonferenz ausdrücklich sagt, dass das Kultusministerium an dieser Stelle nicht informiert worden ist, wie dies gefordert wurde, und vor allem dass der Träger dieses Wettbewerbs eine GmbH ist, bei der laut dem Kultusministerium vorliegenden Informationen davon auszugehen ist, dass diese Firma kommerzielle Interessen verfolgt.

So etwas fällt aber auch erst dann auf, wenn man genau hinschaut und wenn man nachfragt. Dementsprechend begrüßen wir dieses Werbeverbot. Ich will an dieser Stelle deutlich machen, dass ein Werbeverbot nicht heißt, dass es keine Materialien und kein Sponsoring mehr gibt. Vielmehr geht es darum, dass man einfach klarer definieren muss, was Werbung ist. Deswegen schlagen wir vor - ähnlich wie es der Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer und der Verbraucherschutz vorgeschlagen haben -, eine sogenannte Monitoringstelle einzurichten, die optimalerweise bundesländerübergreifend organisiert ist, weil es sich um Materialien handelt, die in allen Bundesländern eingesetzt werden. Solch eine Stelle kann gut beurteilen, ob ein Material Werbung ist. Dementsprechend relativiert sich das mit dem Werbeverbot ein Stück weit. Anlass für das Ganze ist leider auch, dass Schulen immer empfänglicher werden für Werbung. Das hat etwas damit zu tun, dass die Aufgaben an Schulen zunehmen. Wenn sich Lehrkräfte überlastet fühlen, greifen sie natürlich gerne auch einmal auf ein solches Material zurück. Dementsprechend ist eine solche Koordinierungsstelle auch ein Hilfsinstrument für Lehrkräfte, weil man sie nicht alleine lässt mit den Materialien, sondern weil man Beratung anbietet.

Wenn man als Lehrkraft etwas findet, das man gerne einsetzen möchte, kann man sich dorthin wenden. Dann bekommt man eine Einschätzung. Dementsprechend muss nicht jeder das Rad neu erfinden, sondern das kann am Ende allen zugutekommen. Ich will noch einen Punkt ansprechen. Bei meiner Recherche zu Ihrer Initiative, Herr Kollege Greilich, bin ich auf einen Artikel in der „Süddeutschen“ gestoßen. Dabei geht es um einen Antrag der FDP im Thüringischen Landtag aus dem Jahr 2010. Dieser Antrag ist Ihrem Antrag gar nicht unähnlich. Damals ging es darum, das Lehrmaterial „Traumberuf Chef“ in den Lehrplan der Thüringer Schulen zu integrieren. Die „Süddeutsche“ schreibt, dass der FDP-nahe Universum-Verlag, der seinen Sitz in Wiesbaden hat und der zumindest damals zu 50 % der FDP gehört hat, dabei eine Rolle gespielt hat. Der Verlag habe eine merkwürdige Art entwickelt, sich Aufträge zu beschaffen, so der Autor des Artikels in der „Süddeutschen“. Ich weiß nicht, ob die FDP heute noch an diesem Verlag beteiligt ist, aber ich denke, man sollte das wissen; denn das hat schon ein Geschmäckle, meine Damen und Herren.

Schließlich können Lehrkräfte nur dann gut beurteilen, was sie einsetzen und welche Materialien sie verwenden, wenn sie entsprechend geschult sind. An dieser Stelle muss ich mich noch einmal kritisch an die Landesregierung wenden. Es ist eigentlich ein Unding, dass so viele Lehrkräfte, die Wirtschaft, Politik oder Arbeitslehre unterrichten, fachfremd sind. Herr Kultusminister, da braucht es mehr Initiativen, um gegen den fachfremden Unterricht vorzugehen. Die Lehrkräfte müssen in der Lehreraus- und -weiterbildung entsprechend qualifiziert werden. So können wir auch das Problem des Lehrermangels angehen. In diesem Sinne freue ich mich auf die weitere Beratung im Ausschuss. Ich kann bereits jetzt sagen, dass wir aufgrund des undifferenzierten Umgangs der FDP mit dem Thema Werbung bei allem Goodwill und bei aller Begeisterung für das Thema Berufsorientierung dem FDP-Antrag nicht zustimmen werden, zumal wir zum Thema Werbung etwas Eigenes vorgelegt haben.

- In diesem Sinne bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Danke, Herr Degen. - Für die CDU-Fraktion erteile ich Herrn Schwarz das Wort. Herr Präsident, verehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen! Der Antrag der FDP ist der gewohnte Rundumschlag. Bei der SPD bleibt es wie so häufig etwas vage, in welche Richtung die Reise gehen soll. Deswegen möchte ich ein paar Dinge zur Sache sagen. Neben vielen Zielen umfasst der Bildungs- und Erziehungsauftrag auch die Berufsorientierung und die Vorbereitung auf die Berufswahl. Meine Damen und Herren, das ist uns wichtig. Ziel ist es, Schüler mit wirtschaftlichen und unternehmerischen Strukturen vertraut zu machen. Ziel ist es, das Interesse am Unternehmertum zu wecken. Ziel ist es, die Motivation zur Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am Wirtschaftsleben zu fördern. Das sei zunächst einmal vor die Klammer gezogen. Der Schüler fragt aus gutem Grund: Welche Möglichkeiten habe ich denn, wenn ich aus der Schule komme? Welche beruflichen Zukunftschancen habe ich? Welche Perspektiven bieten sich mir? - Da schauen wir einmal genau hin.

Herr Kollege Greilich, nach dem, was Sie hier beschrieben haben, bin ich mir nicht sicher, ob Sie tatsächlich das in den Blick genommen haben, was an hessischen Schulen Realität ist. Wir haben hier nämlich viel zu bieten. Der Antrag, den Sie hier vorgelegt haben, unterstellt, an hessischen Schulen würden ökonomische Bildung und die Zusammenarbeit mit Unternehmen keine Rolle spielen. Ich will hier ausdrücklich feststellen, dass das nicht der Lebenswirklichkeit entspricht. Das entspricht nicht der unterrichtlichen Realität. Wir haben das Fach Politik und Wirtschaft bzw. Arbeitslehre mit der Vermittlung von wirtschaftlichen Zusammenhängen seit dem Jahr 2002, und zwar flächendeckend an Gymnasien, an Haupt- und Realschulen und an Gesamtschulen. Darüber hinaus haben wir eine zweistellige Zahl Gymnasien, die Wirtschaftswissenschaften mit Grundkursen und Leistungskursen in diesem Bereich anbieten. Der eine oder andere hat vielleicht nicht mitbekommen - weil man nicht so häufig an den Schulen ist und weil man dort nicht so viele Gespräche führt -, dass wir obligatorische Praktika an der gymnasialen Oberstufe haben mit dem Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienordnung in allen Bildungsgängen sowie eine starke Verankerung der ökonomischen Bildung auch in den Kerncurricula, auch in der Hauptschule.

Meine Damen, meine Herren, das will ich hier deutlich sagen: Wir bauen hier ausdrücklich auf die Kooperation mit der Wirtschaft. Wir bauen hier ausdrücklich auf das Engagement der Wirtschaft in Schulen. Wir wünschen uns, dass Vertreter von Unternehmen in Schulen gehen, beispielsweise mit ökonomischen Planspielen. Das ist abgestimmt; so etwas gibt es. Diese Kooperationen sind gut, sie sind uns wichtig, und es gilt, sie fortzusetzen. Ich möchte ein paar Beispiele nennen. Wir haben eine ganz Reihe von Kooperationen: die Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, jedem bekannt, ein Renner. Mir ist keine Schule bekannt, wo diese Kooperation nicht läuft. Wir haben das Netzwerk Finanzkompetenz. Wir haben das Netzwerk MINT-Region Südhessen, Mittelhessen, Nordhessen. Wir haben die IHK-Initiativen, die uns allen wichtig sind. Wir haben „Mathematik zum Anfassen“. Wir haben eine Kooperation mit den Kreishandwerkerschaften und eine Kooperation mit den Sparkassen. Ich habe mich erkundigt, ob es beispielsweise bei der Gießener Sparkasse so wie in Waldeck-Frankenberg läuft, wo die Sparkassen das Planspiel „Börse“ vorhalten, ob es Ausbildungsmessen gibt, ob dort Spenden für Schulprojekte generiert werden.

Der Kollege Klaus Peter Möller aus Gießen, der im Aufsichtsrat der Sparkasse sitzt, hat mir das bestätigt. Wir haben die Programme „Ausbildung in Schule und Beruf“, SchuB, bzw. die Förderprogramme „Praxis und Schule“, PuSch. Wir verknüpfen den Unterricht mit der betrieblichen Praxis. Weswegen ist uns das so wichtig? - Damit die Jugendlichen frühzeitig eine Orientierung bekommen, einen Blick auf die Möglichkeiten, die sie nach Beendigung der Schule haben. Nach allem, was ich aus diesen Projekten höre, läuft das vorzüglich, und die Quote derer, die aus den Schulen direkt in die Ausbildung kommen, ist erklecklich hoch. Darauf sind wir stolz, und das setzen wir auch so fort. Ich lade Sie ein, eine Reise zu den Mittelpunktschulen und zu den Integrierten Gesamtschulen im schönen Waldeck-Frankenberger Land zu machen, sich z.B.

Die Kooperation der Mittelpunktschule Sachsenhausen mit sechs Unternehmen vor Ort anzuschauen. Die sechs Unternehmen holen ihre Auszubildenden direkt aus der Schule. Das ist doch fantastisch. Besser kann es kaum laufen. Das ist vorbildlich. Ich weiß, dass es - jenseits von Sachsenhausen im Kreis Waldeck; nur damit klar ist, wo wir uns gerade befinden - auch an anderen Schulen prima läuft. Das finden wir gut, und das wollen wir unterstützen. Auch die Projekte zur Berufs- und Studienorientierung, KomPo7 bzw. „Duales Studium Hessen“, sind Beispiele dafür, was wir alles machen. Wir sind gern bereit, das zu optimieren, denn der natürliche Feind des richtig Guten ist das noch Bessere. Wir arbeiten mit den Schulen gemeinschaftlich daran, funktionale Brücken zur und direkte Anbindungen an die Wirtschaft zu haben - so, wie sich das gehört. Jetzt will ich zum Schulgesetz kommen, weil uns der Kollege Greilich dazu einen Vortrag gehalten hat. Herr Kollege Greilich, ich bin ganz ehrlich, ich habe das Gefühl, dass Sie bei einer völlig anderen Anhörung waren als die bildungspolitischen Akteure in diesem Hause.

Ich stelle erstens fest: Die selbst ernannte Wirtschaftspartei FDP stimmt offensichtlich 99,9 % der über 100 Änderungen am Hessischen Schulgesetz zu, die vorgeschlagen worden sind. Herr Kollege Greilich, das Einzige, was die FDP gefunden hat, sind die Themen Werbeverbot und Sponsoring. Ich rufe Ihnen zu: Bei Lichte betrachtet hat sich rechtlich überhaupt nichts geändert. Das wurde im Übrigen auch von Herrn Feuchthofen von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und auch von anderen Vertretern, z.B. denen der IHK, bestätigt. Falls es noch Unklarheiten geben sollte, sind wir gerne bereit, im Rahmen einer Gesetzesbegründung die Rechtsgrundlage zu präzisieren. Im Übrigen hat die FDP die rechtlichen Grundlagen gemeinsam mit uns geschaffen. Die ehemalige Kultusministerin Henzler hat eine Dienstordnung für Lehrkräfte, Schulleiter und Mitarbeiter auf den Weg gebracht.

Darin steht: Produktwerbung an Schulen ist unzulässig. - Frau Kollegin Beer, zu Ihnen komme ich gleich. - Im Jahre 2011 wurde ein Runderlass herausgegeben, der das Werbeverbot nach § 3 und § 86 Hessisches Schulgesetz noch einmal bestätigt. Das wurde in Ihrer Regierungszeit nie infrage gestellt. Frau Kollegin Beer, als Sie Kultusministerin waren, haben Sie schwer auf die Bremse getreten, als REWE - ich glaube, ich darf das sagen, ohne hier Werbung zu machen, Herr Präsident - Äpfel an Schulen verteilt hat. Darauf war ein kleines Abziehbild mit dem Aufdruck REWE. Da haben Sie gesagt - ich zitiere Kultusministerin Nicola Beer -: Werbung hat an hessischen Schulen nichts verloren.

- Ich wollte das nur in Erinnerung rufen. Völlig unberührt davon ist das Thema Sponsoring zu betrachten. Sponsoring ist ausdrücklich gewünscht und auch erforderlich. Ich nenne immer wieder gern folgendes Beispiel: Wenn berufliche Schulen keine modernen Autos zur Verfügung gestellt bekommen, an denen sie Mechatroniker ausbilden können - Stichwort: E-Mobilität -, würde es sehr schwierig. Insofern sind wir gerne bereit - es hat sich rechtlich faktisch nichts geändert -, in einer Gesetzesbegründung die rechtlichen Grundlagen nachzuschärfen.

Leider fehlt mir die Zeit, die vielen Punkte, die Sie in Ihrem Antrag formuliert haben, durchzudeklinieren und im Einzelnen darzulegen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Es ist viel Wind um nichts. Wir werden die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Deshalb sage ich abschließend, verehrte Kollegin, sehr geehrte Kollegen von der FDP: Kooperationen mit Unternehmen sind ausdrücklich gewünscht, Sponsoring durch Unternehmen ist ausdrücklich gewünscht, und Gründergeistförderung ist ausdrücklich richtig und gut. Das wollen wir im Unterricht ermöglichen.

Werbung machen wir allerdings nicht. Herr Kollege Greilich, wir fühlen uns von Ihnen bestätigt, dass ein guter Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes auf dem Weg ist. Von daher: Glückauf und vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Danke, Herr Schwarz. - Für die Fraktion DIE LINKE erteile ich Frau Faulhaber das Wort. Herr Präsident, meine Damen und Herren! In diesem Antrag wird eine ganze Reihe von Forderungen vermischt, die nach Ansicht der FDP-Fraktion das freie Unternehmertum stärken sollen.

Zuerst geht es um eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Darin wird als eine Unzulänglichkeit dargestellt, dass nur ein Viertel der Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülern raten würde, ein Start-up-Unternehmen zu gründen. Ich muss Ihnen sagen: Ich wundere mich, dass überhaupt eine Lehrerin oder ein Lehrer der Sekundarstufe I rät, ein Start-up-Unternehmen zu gründen. Ich halte es für verantwortungslos, Schülern der 5., 6.

Oder auch 9. Klasse als Lehrerin zur Gründung irgendeines Unternehmens zu raten. Selbst wenn Sie fordern, meine Damen und meine Herren von der FDP-Fraktion, dass die Lehrerinnen und Lehrer eine Weiterbildung in Existenzgründung und Unternehmertum erhalten sollen: Die Lehrerinnen und Lehrer sind in erster Linie Pädagogen und keine Unternehmensberater. Als Pädagogen bilden sie in der Sekundarstufe I nicht kleine Unternehmer aus, sondern ermöglichen ihren Schülern eine möglichst vielseitige und fundierte Grundbildung.

Sie erziehen die Kinder zu Menschen, die sich sozial verhalten und im Team arbeiten können. Das sind nämlich die wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass sich junge Menschen nach der Schule in der Arbeitswelt und im Leben zurechtfinden können. Ich würde auch gerne einmal geklärt haben, welchen Stellenwert und welchen Umfang die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen, wie es unter Punkt 2 des FDP-Antrags heißt, im Schulunterricht haben soll. Ich gehe davon aus, dass auch Sie, meine Dame und meine Herren von der FDP-Fraktion, niemandem raten wollen, ohne Berufsausbildung oder Studienabschluss, frisch von der Schulbank entlassen, ein Unternehmen zu gründen. Das kann nicht ernsthaft Ihr Ansatz sein. Eine solche Gründerorientierung macht doch erst dann Sinn, wenn die Basis dafür gelegt ist und in einer Berufsausbildung oder einem Studium Grundlagen dafür erworben wurden. Meine Damen und Herren, natürlich braucht man Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge.

Natürlich müssen diese auch Teil des Schulunterrichts sein. Aber hier fordert die FDP, dass die unternehmerischen Kompetenzen in den Kerncurricula stärker berücksichtigt werden sollen, weil sonst die gesellschaftspolitische die wirtschaftliche Bildung verdrängen würde. Was soll denn genau in Politik und Wirtschaft gelehrt werden? Betriebswirtschaft, z.B. Rechnungswesen, Marketing und Personalführung? Sollte das ernsthaft der Stoff der Klassen 5 bis 10 sein? Es sind doch vor allem die ökonomischen, sozialen und politischen Inhalte, die vermittelt werden müssen. Die Wirtschaft agiert global. Es bestehen Abhängigkeiten, und es entstehen Probleme, die sich von gesellschaftlichen und sozialen Fragestellungen nicht entkoppeln lassen. Im Gegenteil, ein wacher und kritischer Verstand wäre in diesem Zusammenhang nicht falsch. Auf der Pressekonferenz, die Sie letzte Woche einberufen haben, um den Antrag vorzustellen, habe ich gehört, dass Sie nicht einmal ein Beispiel nennen konnten, wie gesellschaftpolitische Fragestellungen wirtschaftliches Grundwissen verdrängen. Es tut mir leid, aber Ihre Argumentation erscheint mir ziemlich abstrus. In den darauf folgenden Punkten Ihres Antrags haben Sie die Kurve geschlagen, um auch noch Sponsoring und Werbung an den Schulen unterzubringen.

Ich bin durchaus der Meinung, dass man bei der Neufassung des Schulgesetzes genau hinsehen muss, was dort formuliert ist. Im Gegensatz zu Ihnen denke ich aber nicht, dass das Kultusministerium jede Spende des Fördervereins oder des Dorfbäckers für eine Sportveranstaltung genehmigen möchte. Dass Schulpaten beispielsweise die Schulhöfe mitgestalten und auch etwas spenden, ist, hoffe ich, weiterhin im Interesse des Kultusministeriums. Was aber nicht sein kann, ist, dass McDonald‘s Schulbücher über gesunde Ernährung zur Verfügung stellt oder eine Versicherung über die private Eigenvorsorge informiert. Das klingt in Ihrem Antrag an. Eine solche Art von Beeinflussung hat an Schulen nichts zu suchen - Punkt. Da ist es gut, dass das Kultusministerium genauer hinschaut. Allerdings wünsche ich mir vom Kultusminister an dieser Stelle auch, dass er seine Lehrkräfte auffordert, darauf zu verzichten, beispielsweise Wasserfarben nur von Pelikan und Bundstifte nur von Faber-Castell einzufordern. Zu jedem neuen Schuljahr werden nämlich Anschaffungslisten ausgeteilt, und auf vielen Listen ist der gewünschte Markenname mit erwähnt.

Herr Minister, das geht auch nicht. Das ist mir Jahr für Jahr ein Dorn im Auge. Zurück zum Antrag: Wir lehnen diesen Antrag ab. - Vielen Dank. Vielen Dank. - Nächste Wortmeldung, Herr Kollege May für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass die hessische Landespolitik und damit auch die schwarz-grüne Koalition ein lebhaftes Interesse daran haben müssen, dass sich Gründerinnen und Gründer in Hessen wohl fühlen, ist, glaube ich, vollkommen klar und sollte nicht bestritten werden.

Ich glaube, dass damit auch klar sein sollte, dass sich die Bildungspolitik diesem Ziel verbunden fühlen muss. Offen bleibt, ob es das Problem tatsächlich gibt, dem sich die FDP-Fraktion heute annehmen möchte. Ich glaube, dass eine Umfrage, die auf Bundesebene durchgeführt wurde und die vom Frageformat her etwas unpräzise ist, nicht ausreichend ist, um hier ein Klagelied anzustimmen oder die Situation in Hessen zu kritisieren, wie Sie das getan haben.

Ich glaube, da müssten Sie sich als Begründung mehr einfallen lassen, liebe Kollegen von der FDP. Nun zu den von Ihnen dargestellten Daten, mit denen sie belegen wollen, dass das mit den Gründungen in Hessen so schlecht sei. Hierzu möchte ich auf die Fakten des KfW-Gründungsmonitors 2016 verweisen. Auf Seite 3 finden Sie eine Tabelle mit dem Ranking der Bundesländer. Mit 23 Gründungen je 1.000 Erwerbsfähigen steht Hessen auf dem dritten Platz und nimmt damit einen Spitzenplatz in Deutschland ein.

Daher kann ich die Argumente nicht nachvollziehen, die Sie hier vorgebracht haben. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wir sollten uns eher darüber freuen, dass Hessen ein wirtschaftlich so vitales Land ist. Daher sehe ich die Begründung für Ihren Antrag als äußert zweifelhaft an. Es ist auch nicht klar geworden, wie Sie zu der Vermutung kommen, dass wirtschaftliche Fragestellungen im Unterricht zurückgedrängt werden. Ebenso unverständlich ist die Vermutung, dass wirtschaftliche Fragestellungen, die beispielsweise die Selbstständigkeit und die Gründung betreffen, in den Kerncurricula nicht vorkommen würden.

Ein Blick in die Kerncurricula beweist das Gegenteil. Ich zitiere aus dem Kerncurriculum für Politik und Wirtschaft für den mittleren Abschluss. Dort heißt es: Die Angebote der Wirtschaft werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet (kritische Verbraucherin/ kritischer Verbraucher und zukünftige Teilnehmerin/ zukünftiger Teilnehmer am Erwerbsleben mit den Möglichkeiten der Selbstständigkeit oder der abhängigen Beschäftigten). Das zeigt sehr deutlich, dass das, was Sie jetzt fordern, eigentlich kalter Kaffee ist. Ihre Initiative ist nicht nur schlecht begründet, sondern auch schlecht recherchiert.

Ferner sparen Sie in Ihrem Antrag einen wichtigen Bestandteil aus. Der Kollege Degen und der Kollege Schwarz sind dankenswerterweise bereits darauf eingegangen, dass, wenn man über Selbstständigkeit sprechen möchte, das nicht abstrakt erfolgen kann, sondern die Schülerinnen und Schüler müssen dies natürlich am lebenden Beispiel erfahren. Deswegen ist die Berufsorientierung auch so wichtig.

Ich möchte nur den Hinweis geben, dass erst kürzlich als Ergebnis des Bildungsgipfels - im Einvernehmen mit den Wirtschaftsverbänden einerseits und mit den Gewerkschaftsverbänden andererseits - das Thema Berufsorientierung an hessischen Schulen ganz neu verankert wurde. Da haben wir sehr viel erreicht. Auch daran sehen Sie, dass das Thema Selbstständigkeit und damit auch Unternehmensgründung im Kontext schulischer Praxis längst angekommen ist. Ich möchte mich energisch gegen das in Ziffer 1 bemühte Vorurteil wenden, dass Lehrerinnen und Lehrer keinen Austausch mit der Wirtschaft suchen würden.

Nach meinen Erfahrungen ist genau das Gegenteil der Fall. Kollege Schwarz hat schon auf die Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT hingewiesen. Ich kenne das im Zusammenhang mit Waldeck-Frankenberg auch sehr gut. Da arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer sehr engagiert mit. Ich finde, Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie dieses Engagement der Lehrerinnen und Lehrer nicht wertschätzen. Nun habe ich viel Zeit darauf verwandt, zu sagen, dass Berufsorientierung und Einblick in das Wirtschaftsleben und damit auch die Selbstständigkeit wichtige Bestandteile der Schule sein müssen. In diesem Kontext ist es mir wichtig zu sagen, dass man an dieser Stelle nicht die Tendenz haben sollte, bestimmte Sachverhalte einseitig zu überhöhen, wie beispielsweise die Berufsvorbereitung und die Kenntnisse der Wirtschaft.

Ich glaube, dass schulische Bildung viel umfassender sein muss. Es ist nicht unsere Auffassung, dass Unterrichtsinhalte - so wie das jetzt im FDP-Antrag skizziert ist - maßgeblich an der ökonomischen Verwertbarkeit orientiert werden sollten. Daher erscheint mir das mehr als fraglich, wenn Sie in diesem Kontext davon sprechen, die Schule müsse unternehmerische Kompetenz fördern. Darunter kann man sicherlich auch sinnvolle Dinge subsumieren, z.B. dass Schülerinnen und Schüler ausreichend mathematische Kenntnisse erwerben, um dann später beispielsweise wirtschaftswissenschaftliche Sachverhalte besser aufnehmen zu können. Darunter können aber auch gesellschaftspolitisch einseitige Darstellungen verstanden werden. Das liegt bei der FDP leider nahe. Denken wir einmal an das Spannungsfeld zwischen Arbeitnehmerrechten und unternehmerischer Freiheit. Daran wird auch ganz klar, dass gesellschaftliche Fragestellungen eben nicht durch wirtschaftliche Fragestellungen ersetzt werden können.

Ich bin der Auffassung, dass Schule den umfassenden Auftrag hat, beide Sichtweisen zu verankern. Daher glaube ich, dass Schule viel mehr sein muss. In der Schule müssen alle Inhalte und alle Felder des Lebens eine Rolle spielen. Das fängt damit an, dass die Schule den Kindern die Möglichkeit eröffnen muss, Verständnis für Naturwissenschaft und Technik zu haben, damit sie über technische Möglichkeiten und deren Chancen und Risiken diskutieren können. Schule sollte aber auch die Möglichkeit bieten, Erfahrungen in Kunst, Kultur und Musik zu sammeln. Dann komme ich zum zweiten Thema Ihrer Initiative, zum Werbeverbot an Schulen, das jetzt im Zusammenhang mit dem Schulgesetz diskutiert wird. Sie wittern eine große Verschwörung dahingehend, dass beispielsweise bestehende Kooperationen zwischen Betrieben und Schulen, insbesondere im Bereich der beruflichen Schulen sind diese sehr sinnvoll, behindert werden sollen.

Daher schauen wir doch einmal, über was wir eigentlich verhandeln. Auch da gilt: „Ein Blick ins Gesetz spart viel Geschwätz“. In diesem Fall ist es die Begründung des Gesetzentwurfs der Fraktionen von CDU und GRÜNEN. Dort finden Sie unter Nr. 2 d die Begründung: Aufgrund der Neutralitätspflicht der Schule ist Werbung in Schule und Unterricht nicht zulässig. Bislang findet sich eine entsprechende Regelung lediglich im untergesetzlichen Normkontext … Dort heißt es weiter: Da es sich bei der Frage der schulischen Neutralitätspflicht und des Werbeverbots um ein grundsätzlich zu regelndes Problem handelt, ist es erforderlich, dies auf der Ebene des Gesetzes zu regeln und damit klarzustellen. Sie sehen also, es handelt sich dabei nicht um eine radikale Kehrtwende in der Frage der Werbung an Schulen, sondern um ein Klarstellen und Bestärken von dem, was schon bislang schulgesetzlich vorgesehen war. Da Sie an dieser Stelle so viel Kritik üben, muss sich der Eindruck aufdrängen, dass Sie eine Kehrtwende wollen, dass Sie der Werbung Tür und Tor öffnen wollen.

Dazu sagen wir deutlich Nein. Das wird auch an einer anderen Stelle deutlich, und zwar bei dem Buch der Vereinigung NFTE, wo wir im letzten Jahr erlebt haben, dass nach sorgfältiger Prüfung durch das Kultusministerium klar wurde, dass an 50 Stellen Werbung enthalten war und Herr Kultusminister Lorz dieses Buch deswegen vollkommen zu Recht aus dem Verkehr gezogen hat, denn ein solches Werk ist mit der Neutralitätspflicht der Schulen unvereinbar. Es bleibt mir auch verschlossen, warum es den Gründergeist von Schülerinnen und Schülern oder Lehrerinnen und Lehrern anregen soll, wenn wir so etwas gestatten.

Es sorgt doch vor allen Dingen dafür, dass nur sehr große Unternehmen in den Genuss kommen, über Lehrwerke Werbung an Schulen zu machen. Das mag für das jeweilige Unternehmen ganz gut sein, wenn damit zur Selbstständigkeit angeregt würde, wenn dort auf große Firmen, sei es Coca-Cola, McDonald’s oder die Deutsche Bank, hingewiesen würde. Wie das funktionieren soll, bleibt, glaube ich, das Geheimnis der FDP. Für uns ist klar, an einer staatlichen Schule muss es ein umfassendes Werbeverbot geben. Es ist in hohem Maße bedauerlich, dass sich die FDP jetzt aufmacht, diesen überparteilichen Konsens zu verlassen. Es ist hingegen gut, wenn wir als Koalition dort eine rechtliche Klarheit schaffen und das Werbeverbot prominent im Schulgesetz verankern. Ich komme zum Schluss. Die Initiative der FDP-Fraktion erscheint uns daher überflüssig. Sie stützt sich auf fragwürdige Annahmen und blendet Fakten aus.

Das Anliegen, die Werbung an Schulen zu erleichtern, geht vollständig am notwendigen Neutralitätsgebot vorbei. Für uns GRÜNE ist klar: Auch in Zukunft werden wir sinnvolle Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schule ermöglichen und begrüßen. Einer unbegrenzten Ökonomisierung der schulischen Bildung, wie sie die FDP vorhat, erteilen wir eine Absage. - Vielen Dank. Das Wort hat Herr Staatsminister Prof. Dr. Lorz. Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir sollten uns nicht so gebärden, als ob das Erkennen volkswirtschaftlicher Zusammenhänge nur den Gralshütern vorbehalten bliebe, die auf der einen Seite wissenschaftlich, auf der anderen Seite demagogisch ihre verhärteten Standpunkte vortragen. Nein, jeder Bürger unseres Staates muss um die wirtschaftlichen Zusammenhänge wissen und zu einem Urteil befähigt sein, denn es handelt sich hier um Fragen unserer politischen Ordnung, deren Stabilität zu sichern uns aufgegeben ist. Diese Worte feiern gerade 60-jähriges Jubiläum. Sie stammen aus dem Buch „Wohlstand für Alle“ von Ludwig Erhard.

Sie dürfen davon ausgehen, dass diese Grundidee für mich in der bildungspolitischen Frage der Rolle ökonomischer Bildung bis heute von unverminderter Aktualität ist. Persönlich schon deshalb, weil die Grundgedanken des Vaters der sozialen Marktwirtschaft für jeden gestandenen Christdemokraten zum Kern seiner politischen DNA gehören, aber vor allem natürlich auch deswegen, weil grundlegende ökonomische Kenntnisse für die Lebenswirklichkeit und Zukunft unserer jungen Menschen im Berufsleben, aber auch als mündige Bürger unseres Gemeinwesens von großer Bedeutung sind.

Dem zufolge genießt die ökonomische Bildung auch in Hessen, in den Schulen, eine hohe Wertschätzung. Das Fach Politik und Wirtschaft heißt nicht umsonst so. Meine Damen und Herren, es heißt so, weil wir davon ausgehen, dass Politik und Wirtschaft in einer so engen gegenseitigen Abhängigkeit voneinander stehen, dass man weder Politik ohne Ökonomie noch Ökonomie ohne Politik verstehen kann. Das ist übrigens auch genau das, was das Zitat von Ludwig Erhard meint.

Wirtschafts- und Finanzthemen werden außerdem an den Haupt- und Realschulen im Fach Arbeitslehre unterrichtet. Sie können aber natürlich auch in Fächern wie Geschichte, Erdkunde oder Mathematik behandelt werden. An einer zunehmenden Zahl von Gymnasien wird mittlerweile sogar das Fach Wirtschaftswissenschaften als solches in der Oberstufe unterrichtet, und seit diesem Schuljahr ist dies übrigens auch alternativ zu Politik und Wirtschaft möglich, was eine Aufwertung dieses Fachs bedeutet. Aber auch innerhalb von Politik und Wirtschaft hat sich mit der Einführung der Kerncurricula der Anteil der ökonomischen Themen bzw. der darin zu erwerbenden Kompetenzen in den letzten Jahren deutlich erhöht. Es gibt keine Jahrgangsstufe im gymnasialen Bildungsgang, in der nicht auch ökonomische Fragen im Fokus stünden. In der gymnasialen Oberstufe weisen sogar die meisten Kurshalbjahre in Politik und Wirtschaft wirtschaftliche, typischerweise natürlich volkswirtschaftliche, Themenstellungen auf; und ein Drittel der Schüler, die in Politik und Wirtschaft Abitur machen, haben in den letzten drei Jahren den Abiturvorschlag mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt gewählt.

Diese Entwicklung spricht im positiven Sinne Bände. Es denkt auch niemand daran, das etwa wieder zu reduzieren. Aber natürlich gilt auch für den Unterricht in diesem Themenfeld der Beutelsbacher Konsens mit dem Überwältigungsverbot und mit dem Kontroversitätsgebot, was bedeutet, dass auch ein Thema wie die Globalisierung natürlich in beide Richtungen objektiv und unideologisch dargelegt werden muss. Meine Damen und Herren, der Unterricht ist das eine, aber um einen wirklich realistischen Eindruck von der Berufs- und Arbeitswelt und damit von den Charakteristika unternehmerischen Handelns zu bekommen, müssen Schülerinnen und Schüler natürlich auch Kontakt zur Außenwelt haben. Auch dafür sorgen wir. Die Öffnung von Schule hierfür ist nach dem Hessischen Schulgesetz gewünscht und wurde durch den Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung vom Juni 2015 nachhaltig gestärkt. Nach diesem Erlass soll jede Schule mindestens eine Kooperation mit einem Unternehmen, einem Betrieb oder einer Hochschule eingehen. Es gibt ganz viele, die viel mehr tun als das. Ich habe hier auch eine Liste gemacht mit Beispielen, die ich Ihnen vortragen könnte.

Herr Abg. Schwarz hat seine eigene Liste gemacht; wir haben uns nicht abgesprochen; ich will darauf aber aus Zeitgründen verzichten. Aber es gibt ganz viele Beispiele von Schulen, die mit sehr vielen Industrieunternehmen, aber auch mit Apotheken, Sparkassen, den Industrie- und Handelskammern usw. zusammenarbeiten, und das ist auch gut so. Es gibt auch mehr Betriebspraktika als früher. Auch das ist ein Ergebnis des Erlasses zur Berufs- und Studienorientierung.

Schülerfirmen stehen in dem Erlass auch ausdrücklich drin. Sie gehören heute wie selbstverständlich zum modernen Erscheinungsbild vieler Schulen. Viele hessische Schulen sind in Arbeitskreisen Schule und Wirtschaft aktiv und arbeiten dort mit örtlichen Wirtschaftsunternehmen, Banken und Betrieben zusammen. Auch gibt es zahlreiche Wettbewerbe, die unternehmerisches Denken fördern und in denen sich unsere Schulen stark engagieren. Also, meine Damen und Herren, was bringt die FDP eigentlich dazu, daraus heute einen Setzpunkt zu machen, dessen einziges Ziel darin besteht, die Landesregierung irgendwie zu kritisieren? Es gibt die Bitkom-Umfrage - auf diese hat Herr Abg.

Greilich zu Beginn hingewiesen -; dazu sage ich gleich noch mehr. Aber das allein wäre ein bisschen wenig. Es waren 500 Lehrerinnen und Lehrer. Aus einer Umfrage unter 500 Lehrerinnen und Lehrern jetzt auf den Geisteszustand von 800.000 Lehrerinnen und Lehrern bundesweit rückzuschließen, ist zumindest ein etwas kühnes Unterfangen. Weil das allein etwas wenig ist, wird dieser Popanz des Werbeverbots in Schulen jetzt seit Monaten aufgebaut. Das ist aus mehreren Gründen ein Popanz: Erstens. Ich habe bisher noch keinen Widerspruch dazu gehört, dass kommerzielle Produktwerbung und Reklame nicht in die Schule gehören. Das würde auch dem Verfassungsgebot der Neutralität des staatlichen Schulwesens widersprechen. Ich weiß also gar nicht, worüber wir uns hier eigentlich streiten. Zweitens. Durch die Novelle des Hessischen Schulgesetzes wird sich in der Sache gar nichts ändern - nichts. Es wird nur einmal an der richtigen Stelle klargestellt und eine Grundlage dafür geschaffen, was untergesetzlich sowieso schon längst greift.

Es ist völlig klar, dass die von mir genannten Kooperationen von Schulen mit Wirtschaftsunternehmen ebenso unberührt bleiben wie das übliche Sponsoring. Es ist auch schon gesagt worden, wir sind gerne bereit, uns als Ergebnis der Anhörung in der Novelle auf eine klarere Formulierung zu einigen, damit auch wirklich klar ist, dass das und nichts anderes gemeint ist. Am Ende kommt es auf die Lehrerinnen und Lehrer an. Deswegen komme ich noch einmal auf diese Umfrage zurück. Auch hier investieren wir. Wir haben ein neues umfassendes Fortbildungskonzept zur Berufs- und Studienorientierung erarbeitet. Wir sitzen auch an einer neuen Konzeption für die ökonomische Bildung. Wir bauen unser hessenweites Multiplikatorennetzwerk für Lehrerinnen und Lehrer aus. Wir halten an dem Betriebspraktikum für angehende Lehrkräfte fest und wir stärken die Wirtschaftswissenschaften auch im Bereich der Lehramtsstudiengänge.

So hat die Universität Frankfurt eine neue Professur speziell für die Didaktik der Wirtschaftswissenschaften eingerichtet. Meine Damen und Herren, die Behauptung, die in diesem Antrag geäußert wird, das Kultusministerium sei wirtschaftskritisch und sei in den letzten Jahren immer wirtschaftskritischer geworden, entbehrt jeder Grundlage. Sie gehört, wie so vieles heutzutage, in die Welt der alternativen Fakten. Früher hätte man einfach gesagt: in das Reich der Märchen oder der Fabeln. - Ich weiß nicht, ob „Hänsel und Gretel“ das richtige Märchen ist, dazu müssten wir die Brüder Grimm noch ein bisschen näher analysieren. Auf jeden Fall bin ich mit Bezug auf den heutigen Tag versucht zu sagen - auch wenn man mir heute ausgerechnet schon die Freiheitsstatue abgeschnitten hat -: Das muss ein Faschingsscherz gewesen sein, ich habe nur den Witz nicht verstanden.

- Helau. Das Wort hat Herr Abg. Greilich für die FDP-Fraktion. Ich bin in der Tat etwas erstaunt, wie sich das jetzt darstellt. Ich glaube, ich habe in der zweiten Runde fünf Minuten Redezeit. Die werde ich trotzdem nicht brauchen. „Rechthabe“ ist aus der richtigen Ecke der Kommentar. Herr Minister, ich will auch eines sagen: Sie haben so viel Richtiges gesagt, so vieles, bei dem ich ausdrücklich auf den Konsens hinweisen will, dass ich gar nicht verstehe, warum Sie das, was Sie gesagt haben, zum Schluss mit Ihrem „Helau“ ins Lächerliche gezogen haben. Dazu war das alles viel zu richtig und zu wichtig. Ich will genau an dieser Stelle festhalten, Sie haben den Beutelsbacher Konsens genannt. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt und eine ganz wesentliche Grundlage, wie wir mit solchen Inhalten umzugehen haben. Ich glaube, das können wir hier unstreitig stellen. Das muss so sein. Natürlich kommt es immer darauf an, in einem reflektierten Unterricht alle Aspekte zu beleuchten.

Deswegen habe ich beispielsweise bei dem Aspekt, unternehmerische Verantwortung in den Unterricht zu integrieren, gesagt, dass Chancen wie Risiken beleuchtet werden müssen. Das gehört alles dazu, das ist alles völlig unstreitig, das ist zwingend. Das sollte die Botschaft sein, mit der wir hier auch herausgehen. Herr Kollege Schwarz, Herr Kollege May, teilweise habe ich nicht verstanden, was Sie gesagt haben. Das betrifft auch den Minister. Sie haben letztlich bestätigt, dass Sie eigentlich alles für richtig halten, was wir fordern, dass sich nämlich die Unterrichtsinhalte mit unternehmerischen Tätigkeiten beschäftigen müssen. Dann sollte man aber keine künstliche Kontroverse aufbauen. Wir wollen, dass die Praxis an den hessischen Schulen verbessert, aber nicht zurückgedreht wird. Wenn Sie mit diesem Schulgesetz keine Änderung wollen, dann müssen wir uns in der Tat noch darüber unterhalten - ich habe das sehr wohl am Schluss Ihrer Rede gehört -, wie man an dieser Stelle im Hessischen Schulgesetzt nachbessert.

Eines können wir hier nicht stehen lassen. Das ist der eigentliche Grund für meine Wortmeldung. Es wird immer so getan, als würde sich durch den jetzt vorgelegten Gesetzentwurf nichts ändern. Dann müssten wir es auch nicht nachbessern, wenn es so wäre. Herr Kollege Schwarz, es ändert sich etwas. Was die Formulierung von Herrn May, „Gesetz - Geschwätz“, angeht, lohnt es sich immer wieder, einmal nachzuschauen, was wo im Gesetz steht. Bis jetzt steht im Gesetz dazu gar nichts. Wir sind uns aber alle einig, dass zu dem Gesamtbild der Aufgabe der Schule gehört, dass wir keinerlei Produktwerbung in den Schulen zulassen. Das hat kein Mensch jemals anders vorgetragen, das wollen auch wir nicht. Das sollte nach wie vor uneingeschränkt gelten. Was wir aber bis jetzt haben, ist eine Ausgestaltung dieser Botschaft, die ungeschrieben im Schulgesetz steht. In der Dienstordnung für die Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes Hessen heißt es, wie ich finde zu positiv formuliert, in § 10 Abs.

2: Geschäftliche Werbung ist in der Schule … zulässig. Dazwischen stehen lediglich die Worte „mit folgender Maßgabe“. Werbung ist demnach zulässig, das steht in der Dienstordnung, Herr Kollege Schwarz. Dann werden die Einschränkungen aufgezählt, wie das zu definieren ist. Das ist völlig richtig. Der Schlusssatz dieser Vorschrift ist sehr wichtig, er lautet: Unzulässig ist eine über die Nennung der zuwendenden Person oder Einrichtung, der Art und des Umfangs der Zuwendung hinausgehende Produktwerbung. Die Produktwerbung ist genau der Punkt, um den es geht. Das wollen wir beibehalten. Das, was Sie vorgelegt haben, ist etwas anderes. In Ihrem Gesetzentwurf steht kurz und knackig mit insgesamt sechs Worten als neuer Abs. 15 in § 3: „Werbung ist in der Schule unzulässig.“ - Punkt, Schluss, aus und vorbei, ohne jede Einschränkung und ohne jede Öffnung. Herr Kollege Schwarz, Herr Kollege May, in der Anhörung wurde das sehr deutlich kritisiert, Sie waren doch da. Das wurde unter anderem vom Handwerk kritisiert. Mit diesem Satz ist selbst Werbung - denn Werbung ist Werbung - für die duale Ausbildung in der Schule unzulässig.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein. Lassen Sie uns daran arbeiten, eine Lösung zu finden, die klarstellt, was gewollt ist. Dabei müssen Sie keine unnötigen Kontroversen aufbauen. Bleiben Sie einfach einmal dabei, dass wir an der Sache diskutieren. Dann kommen wir auch zu einem Ergebnis. Nächste Wortmeldung, Herr Kollege Schwarz, CDU-Fraktion. Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Greilich, die versöhnlichen Worte zum Schluss waren ja ganz nett. In der Sache haben Sie trotzdem nicht herausarbeiten können, wo Sie jetzt konkret die Gefahr für eine Veränderung für Dinge sehen, die zukünftig nicht mehr an hessischen Schulen möglich sind. Das ist der eine Punkt, den ich hier noch einmal unterlegen möchte. Als zweiten Punkt möchte ich unterstreichen, dass wir in der Anhörung im Gespräch deutlich gemacht haben, dass wir in der Gesetzesbegründung diese Ausgestaltungsmöglichkeiten gerne darlegen. Das ist nichts Neues. Ich sage es jetzt und an dieser Stelle heute zum zweiten Mal.

Ich sage es auch gegenüber Herrn Feuchthofen, gegenüber der IHK Darmstadt usw. usf. Den Handwerkerschaften dieses Landes haben wir es ebenso deutlich gemacht. Unter dem Strich möchte ich sagen, dieses Thema wird uns noch weiter beschäftigen. Herr Kollege Greilich, in der Sache haben Sie leider vorbeigeschossen. Wir machen nichts, was unvernünftig ist, sondern heben einen bestehenden Sachverhalt auf Gesetzesebene, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt liegen keine weiteren Wortmeldungen mehr vor. Die beiden Anträge werden federführend an den Kulturpolitischen Ausschuss und beteiligt an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. - Dem widerspricht keiner, dann ist das so beschlossen. .

Abschluß des Übersichts-Berichts mit dem Thema: Branding Marketing – Die Vorteile für Dein Unternehmen

Es sind tolle Räume man kann sich hier wohlfühlen und es ist ein tolles Angebot Stylish. Modern. Also sehr innovativ. Sehr jung. Sehr kreativ. Freundlich. Unternehmerische Ziele brauchen Werte Wir zeigen Modelle wie sich diese Werte strukturieren und klassifizieren lassen. In einem Vortrag legen wir die Grundlagen dazu dar, die auf den Erkenntnissen des Neuromarketings von Dr. Häusel beruhen. Einen Einführungsvortrag von 20 Minuten finde ich spitzenmäßig. Was ich denke, was wichtig war oder was ich daraus mitgenommen habe, ist die Vertiefung der Klassifizierung. Marken und Zielgruppen positionieren sich in dieser Wertestruktur. Und das wird deutlich anhand von Beispielen. Jeder Mensch hat Vorlieben und Abneigungen. Hier lernen Sie, welchem Typs Sie am ehesten entsprechen und in welchem Bereich ihrer Zielgruppe gehören könnte. An dieser Station finde ich erstmal sehr interessant, dass es wichtig ist sich selber einzuschätzen, bevor man auf sein Unternehmen schließt. Deswegen finde ich das auf jeden Fall sehr wichtig einzubeziehen und dann die Werte daran festzumachen. So wie im B2C-Bereich Marken durch Werte und Emotion aufgeladen sind, ist es auch im B2B-Bereich.

Mit den Branchenbeispielen lernen sie das Modell der Wetterwolken besser verstehen und einen analytischen strategischen Blick zu entwickeln. Ich fand die Beispiele sehr ansprechendend. Also Wie Automaten verschiedene Gefühlswelten ansprechen. Oder auch andere Produkte die bekannt sind auf dem Markt sind und der Slogan Ziele durch Werte, muss ich sagen, der ist mir geblieben. Den kann man überall mit hinnehmen, nicht nur ins Unternehmen selbst sondern auch in seine persönliche Umwelt. Der Test dient dazu das Bauchgefühl entscheiden zu lassen. Deswegen wählen sie zwischen verschiedenen Bildern aus. die spielerische Blick in den Spiegel zeigt ihnen welche Werte in ihrem Unternehmen verborgen sind eine Wette dass du mich alles was kreatives und Astrid Technik hält Andreas Dobmeier waren das waren alles normal also keine Gedanken drüber machen sondern einfach lernen es muss wohl so in sein und da sollten wir uns an wie ich dahin komme und Bach runter war dem Komma Pauli mit anderen er geniesse er so ein dickes Geschäft denn im Marketing Kommunikation alles ist schön dass alles zusammenpasst einer so komprimierten am Markt bekommen und ein tragbarer erstaunliche Dinge trotzdem einmal zu finden anhand von Beispielen zeigen werde wie eine strategische Positionierung über Werte mit dieser einen und Technik umgesetzt wird sowie Farben Gefühl und Emotion Spelle der repräsentieren tun das auch schaffen Form und Klemens Werte Kommunikation beginnt im eigenen Unternehmen denn oft sind die Mitarbeiter die wichtigsten Markenbotschafter Bruno ein authentischer Marke wird Ernst genommen wir haben zu dem Thema ein kleines Buch gemacht doch anstelle der Tools und Methoden vor die helfen die eigene Frau für falscher zu entwickeln und zu positionieren wenn sie jetzt neugierig geworden sind b Positionierung ihres Unternehmens ist klicken sie hier auf dieser Webseite den Einstieg in St aber natürlich wenn sich ihre Sport Baspo Balkon

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